33. PARIS-MARATHON, 5. April 2009
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AUFBAUKÄMPFE
Gießener Silvesterlauf (Halbmarathon), 28.12.08
Alten-Busecker Halbmarathon, 24.1.09
Mörfelden-Halbmarathon, 15.2.09
Bad Kreuznach-Halbmarathon, 15.3.09
STRECKE ¤ VORBEREITUNG ¤ MARATHON ¤ STATISTIK ¤ BILDER
Einzug im Schatten des mächtigen Arc de Triomphe
 
 
Teilnehmerzahl, Schönheit der Strecke und die Tradition seit 1896 (Paris-Conflans) - seit 1976 ohne Unterbrechung - machen die Grand Boucle von Paris nach London und Berlin zum drittgrößten Stadtlauf in Europa. 2009 hieß die Amaury Sport Organsiation (ASO), eine Firma, die auch Radrennen (u.a. Tour de France), Golfturniere und die Rally Paris-Dakar ausrichtet, 32
 000 Starter zum populärsten Straßenlauf Frankreichs willkommen. Voraussetzung zur Teilnahme war eine ärztliche Untersuchung und die Abgabe des Fragebogens »Le certificat médical«. (Ein französisches Gesetz von 1999 will es so, nicht zuletzt vor dem Hintergrund zweier Todesfälle auf der Ziellinie des Pariser Halbmarathons).
 
Mit NEW YORK war für Peanut und mich der Gipfel erklommen. Höher ging´s nicht, und eigentlich hätten wir nach New York auch gleich die Schuhe an den Nagel hängen können. Zum gesamten Satz an Majors-Medaillen fehlte uns aber noch CHICAGO im Oktober 2009. Als Zwischending sollte ein Marathon im Frühjahr herhalten. Rom, Rotterdam und Hamburg standen zur Wahl, und in Boston (!) stand ich schon auf der Meldeliste. Aus Zeitgründen und weil Paris zudem eine schnelle Strecke versprach, fiel die Entscheidung auf Frankreichs Metropole. - Am 17. November hatten wir uns über das Reisebüro interAir angemeldet. Einen Tag später, um 14.10 Uhr, war die maximale Feldgröße erreicht und das Rennen geschlossen. Unsere Ziele lauteten: 3:59 Stunden (Peanut), und 2:49 (Vitus, die nach Freistellung vom Arbeitsplatz aufgezwungene freie Zeit macht weiterhin tägliches Training möglich).
 
.:: DIE STRECKE ::.
Der Marathon de Paris bewegt sich auf einem flachen Kurs von 86 Höhenmetern und nahezu frei von Kurven durch die französische Hauptstadt. Nach dem Start auf der Champs-Élysées führt das Rennen über die Place de la Concorde und Place de la Bastille in östlicher Richtung bis zum Château de Vincennes. Nach zehn Kilometern im Bois de Vincennes geht es im Uhrzeigersinn über die Porte de Charentone zurück in den Stadtkern. Am 25. Kilometer berührt die Route erstmals die Seine. Immer »rive droite« - auf der rechten Seite - geht es nun vorbei an Notre-Dame, Musée du Louvre, den Tuilerien, dem Eiffelturm und der Place du Trocadéro. Am Bois de Boulogne angelangt, verlaufen die letzten neun Kilometer wieder durch einen Wald. Mit der Prachtstraße Avenue Foch öffnete sich der Blick auf das Ziel vorm mächtigen Arc de Triomphe. In Addition der Spitzenzeiten war Paris 2008 der zweitschnellste Marathon der Welt (nach London)!
 
.:: DIE VORBEREITUNG ::.
Das LAUFTAGEBUCH vom 15. Dezember 2008 bis 5. April 2009:
 
1. Wo. (132 km): Seit dem New-York-Marathon litt ich unter einer entzündeten Plantarsehne, auch Plantar Fasciitis genannt. Ich lief also seit sieben Wochen mit einem Schmerz im Fußgewölbe, der weder durch eine Trainingspause noch das Reinhauen von Entzündungshemmern verschwand. Dazu forderte auch noch die dunkle Jahreszeit ihren Tribut. Besonders Peanut konnte wegen ihrem Dienst abends nur auf beleuchteten Gehwegen trainieren. Neuerdings waren wir auch schon mit Stirnfunzeln unterwegs.
 
2. Wo. (108 km): Gleich der erste Wettkampf endete in einem Fiasko...
 
.:: DER 1. AUFBAUKAMPF ::.
 
36. INT. GIESSENER SILVESTERLAUF, 28.12.08
(Halbmarathon)
Eine harte Nuß vorm Absprung ins Neue Jahr
 
Gießen war der Zeit drei Tage voraus. »Rund um den Schiffenberg« stieg an einem Tag, der gar kein Silvester war. Dem Aberglauben trotzend, fanden sich dennoch über 800 Läufer zur vorgezogenen Feier ein: ehrgeizige Durchtrainierer (Triathleten), dazu die treu ihrer »Vorsätze« den Gänsebraten ablaufenden Gesundheitsläufer (die später die Korken umso kräftiger knallen ließen).
 
Gießen war kalt. Ein beißender Wind piff übers Land. Vom Uni-Philosophikums ging es über den Unterhag und Anneberg auf den 281 Meter hohen Schiffenberg. Nach einem Schlenker durchs Tal von Petersweiher ging es noch mal auf den Schiffenberg und über den Hasenkopf wieder zurück zum Philosophikum. Insgesamt kamen 245 Höhenmeter zusammen. Zum schwierigen Profil gesellte sich der gefrorene Boden mit unheilvollen Dellen, Steinen und Furchen; und die Konstellation, daß die schnellen Halbmarathoner schon bald den Schwanz der 5- und 10-Kilometer-Läufer erreicht hatten, und sich in der Folge kilometerlang durch die Massen pflügen mußten. Augen auf war das oberste Gebot! - Das Rennen ging mir von Start weg am Allerwertesten vorbei. Ich habe überhaupt keine Einstellung gefunden, alles verlief in schockgefrosteter Zeitlupe. Dazu hat mir die Sehnenentzündung den Lauf schon nach kurzer Zeit zur Hölle gemacht. Jeder zweite Schritt ein Schmerz - und keine Möglichkeit zum Ausstieg. Damit mußte ich die einundzwanzig Kilometer bis zum Ende durchhalten, und lag im Ziel acht Minuten über der eigenen Bestleistung. Peanut war gleichfalls ohne Erwartungen gestartet und jenseits der Zwei-Stunden-Grenze locker durchgetrabt.
 
Im Ziel gab´s zwei Überraschungen der positiven Art. Mein ehemaliger Kollege Markus - zuvor ein guter Radsportler - hat das Rennrad in die Ecke gestellt und sucht nun im Triathlon (oder Langstreckenlauf) einen neuen Sinn. Markus lief die »10«, wir trafen uns nach dem Rennen. Ebenfalls nach dem Rennen traf ich einen Bekannten aus der Frankfurter Subkultur: Der ausgeschiedene Mitbegründer der Postrocker Daturah, Ralf, hatte in steinzeitlichen Turnschuhen seinen Einstand über die 21,1 gegeben. Sowohl Markus wie Ralf waren mit 43 Minuten und 2:00 Stunden kraft ihrer Jugend ansehnliche Zeiten gerannt. Am Ende stand Verdruß: Die Ehrungen der sechs Alterklassenersten ließ erst ewig auf sich warten, und wurde - als es endlich soweit war - auf die ersten Drei beschränkt. Es blieb der Güte des Wettkampfbüros zu verdanken, daß wir nach zwei pulstreibenden Stunden zumindest mit Urkunden den Heimweg antreten durften. Adieu Gießen!
 
ZAHLEN UND ZEITEN
 
Wetter:
heiter bei -4ºC, leichter bis mäßiger Wind
 
Teilnehmer im Ziel:
797 (Halbmarathon, 10 km, 5 km, 1.200 m)
Halbmarathonläufer im Ziel: 299
 
Männer:
1. Jan-Mattis Kuhn (Eschenburg) 1:15:43
2. Timo Weckmann (Krofdorf-Gleiberg) 1:18:11
3. René Freisberg (Frankfurt) 1:18:12
... Kampfläufer Vitus (Frankfurt) 1:32:43 (5. M45, 37. Gesamt)
 
Frauen:
1. Lea Bäuscher (Krofdorf-Gleiberg) 1:27:07
2. Andrea Meuser (Friedberg-Fauerbach) 1:29:24
3. Heike Grob (Flieden) 1:39:48
... Peanut (Frankfurt) 2:02:56 (9. W45, 231. Gesamt)
 
Ergebnisse:
VfB 1900 Gießen
Der Kampf in einer BILDERTAFEL - anklicken:
3. Wo. (105 km): Nach Gießen konnte ich kaum noch auftreten. Mein Gang zur Ärzteschaft wurde zu einer zeitraubenden Odyssee von einem Quacksalber zum anderen: vom Hausdoc, über Physiotherapie und Orthopädie bis in ein »Sanitätshaus«. Der eine wollte nur mein Geld, beim anderen mußte ich mich schämen, weder als Profi noch als Maschine geboren zu sein; der nächste hielt abwertende Vorträge über die monotonen Belastungen des Marathonlaufs; und der letzte wiederum erwies sich einfach nur als Affe ohne Interesse. Kurzum: Nach Tingeln von Dienstverweigerern über Röntgenlabor bis Fußdruckverteilungsmessung drohte mir das Ende der Laufkarriere. Als »Kunde« eines Gesundheitswesens, das alle Entrechtungen in sich vereint. - - Der frühere Spitzenläufer Kurt Stenzel schrieb mir: »Plantarfascitis ist meist langwierig. Ein MBT kann, wenn man richtig damit umgeht, Linderung bringen, da der Druck weggenommen wird. Fußmassagen, Dehnungen und Fußkräftigung sind elementar wichtig. Die ständige Druckbelastung muß minimiert werden. Laufen mit Schmerzen ist Mist, da Du mit Ausweichbewegungen nur noch mehr Probleme verursachst. Ob Paris geht???? Aber Du wirst wieder Laufen können, wenn Du Dich um Deinen Fuß kümmerst. Geduld und Pflege sind wichtig.« Und Peanut sinnierte: »Wenn das kein Zeichen ist... Wir sollten aufhören!« - - Ich versuchte das Fußproblem mit alten Hausmitteln in Griff zu kriegen: durch Einreiben mit Pferdesalbe, durch verstärktes Dehnen und Rollen über eine Flasche mit Eis. Seit Neujahr übe ich auch wieder völlige Abstinenz.
 
4. Wo. (160 km): Permafrost in Deutschland. Mit dem beginnenden Januar schickte Frau Holle Hilfe von oben durch watteweichen Schnee, der die harten Schläge von den Füßen nahm. Auf Schnee folgten Luftströmungen arktischer Herkunft. Ich bin bei 16 Grad unter Null gelaufen - und das war überaus beklemmend! Neben Eisbehandlungen versuchte ich die Sehnenentzündung über das Schuhwerk in Griff zu bekommen. 1. habe ich eine Innensohle so zurecht geschnitten, daß die gereizte Sehnenplatte nicht mehr reibt. Und 2. laufe ich gelegentlich mit Schuhen aus der »Free«-Schusterei Beaverton, Oregon, die stärkere und flexiblere Füße schaffen sollen.
 
5. Wo. (170 km): Auch in dieser Woche durften wir unsere Füße auf das knisterndweiße Winterkleid von Mutter Natur setzen. Frankfurts abgetretene Pfade lagen weiterhin unter ungewohntem, unbeflecktem Weiß! Und noch ein Zeichen von oben: Am Donnerstag mußte in New York ein Airbus notlanden - auf dem Hudson-Fluß in Höhe der 48. Straße. Dort, wo wir vor elf Wochen unser Marathon-Quartier hatten... Die Gebrechen sind mir mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen, sie sind wie ein vertrauter Begleiter. Die Sehne links brannte nun nicht mehr so stark, dafür stach und drückte es im Knöchel rechts. Aber die Umfänge mußten weiter erhöht werden. Schließlich werden die Helden des Sommers im Winter gemacht! Von dieser Etappe an übten wir nach den neuen Plänen vom Greif-Club: Peanut nach »T5Z« (fünf Wochentage), ich nach »T7Z« (täglich, mitunter auch zweimal am Tag).
 
6. Wo. (126 km): Nach dem Körper lag nun auch die Seele wund (und das lag nicht nur am in Kraft getretenen Verbot der Cannabis-Ersatzdroge »Spice«)......
 
.:: DER 2. AUFBAUKAMPF ::.
 
32. ALTEN-BUSECKER WINTERSERIE, 24.1.09
(Halbmarathon)
Drei rassige Runden durchs Busecker Tal
 
Buseck war für uns ein spontanes Unternehmen. Einerseits war am Vortag die Wasserwalze »Joris« übers Land gerast: bis in die Nacht hatte es wie aus Kübeln geschüttet und es war völlig unklar, ob der Kampf überhaupt stattfindet. Dazu hatte es zwischen Peanut und mir Überlegungen gegeben, die mir eine unruhige Nacht besorgt hatten, und sogar die Fortführung des Unternehmens »Paris« infrage stellten. Die Entscheidung fiel am Morgen des Wettkampfs: strahlende Sonne und milde Luft ließen uns nach Mittelhessen fahren. Ein »Minicar« hatte uns die letzten Kilometer von Gießen ins Busecker Tal gebracht (Tipp: »Taxi« eine Nase zeigen und im geräumigen »Minicar« ein Drittel sparen). Das Veranstaltungszentrum fand sich in der nach dem früheren Dresdner Weltrekordläufer Rudolf Harbig benannten Halle. (Harbig starb bei den schweren Abwehrkämpfen an der Ostfront den Soldatentod.) Von der Halle war es nicht weit zur Laufstrecke.
 
Nach dem Auftakt im Climbacher Weg ging es gegen den Uhrzeigersinn am Wald lang erst nach Osten, dann durch den Seewald in Richtung Norden, dort zwei Kilometer längs zu einer Autobahn, aus dem Wald hinaus durch eine Wohnsiedlung bis zum Kuhtriebwald, und von dort über die Waldstraße zurück zum Ausgangspunkt. Keine leichte Strecke: Gleich nach dem Start wartete ein Gefälle, das die noch kühlen Muskeln heftig marterte. Auf einige Misthaufen und Eisplatten türmte sich ein kraftraubender Waldhang von einem halben Kilometer über Matsch und Wasser auf. Nach einem Querfeldein über einen Sportplatz wartetete ein nicht ganz unproblematisches Gefälle. Und wo ein Ab war, kam auch wieder ein Auf. In diesem Falle über drei ruppige Rampen, die den Muskeln den Rest gaben und den Rundkurs von sieben Kilometern und 72 Höhenmetern vervollständigten. Eine Runde, die für den Halbmarathon gemäß Adam Riese dreimal zu durchlaufen war und in der Summe 216 Höhenmeter ergab!
 
Obwohl die 230 Angetretenen fast durchweg erfahrene Vereinsläufer waren (in den Listen tauchten nur zwanzig Vereinslose auf), war dann trotzdem alles wie immer im Halbmarathon: Nachdem sich auf den vier wilden, kontaktfreudigen Auftaktkilometern alles sortiert hatte, waren im Fortgang die gewohnt erbitterten Kämpfe um jede Position und jeden Meter Raumgewinn entbrannt. Kämpfe, die immer der mit der stärkeren Physis und den besseren Anlagen zum Autismus gewinnt. Beherrscht wurde das Rennen vom Marathon-Vielstarter Diehl und dem langhaarigen Youngster Kuhn, der den Platzhirsch niederrang und seinen Sieg vom Gießener Silvesterlauf wiederholte. Ich selbst konnte meinen Fehltritt von Gießen um 6 ½ Minuten ausmerzen und landete nach 1:25 Stunde - trotz Krampf im Oberschenkel - als erster Vereinsloser auf der 23. Gesamtstelle. Peanut hatte wiederum das Rauf und Runter ein weiteres Mal überhaupt nicht behagt. Lange auf sich allein gestellt, ist sie auf dem Endstück »bis an die Kotzgrenze gegangen« und hatte zumindest ein Ergebnis unter zwei Stunden abgesichert.
 
Alles in allem erwies sich Buseck als eine herzige Sache mit dem ungehetzten Charme der alten Volkssporttage. Ein Dank an Laufführer Arbesmann und seine Mannschaft von der TSG Alten-Buseck!
 
ZAHLEN UND ZEITEN
 
Wetter:
zuweilen sonnig bei Temperaturen um 5ºC, schwacher Wind aus Nordwest
 
Teilnehmer im Ziel:
223 (Halbmarathon, NW, 5 km, 2 km)
Halbmarathonläufer im Ziel: 184 (M: 156 / W: 28)
 
Männer:
1. Jan-Mattis Kuhn (Eschenburg) 1:12:09
2. Marco Diehl (Friedberg-Fauerbach) 1:12:26
3. Lars Siegmund (Marburg) 1:17:45
22. Kampfläufer Vitus (Frankfurt) 1:25:58 (4. M45, 23. Gesamt)
 
Frauen:
1. Lea Bäuscher (Krofdorf-Gleiberg) 1:24:27
2. Julia Galuschka (Wieseck) 1:27:44
3. Hanna Rühl (Lollar) 1:33:47
21. Peanut (Frankfurt) 1:58:31 (9. W45, 161. Gesamt)
 
Ergebnisse:
TSG 1901 Alten-Buseck
GPS-Strecke:
Jogmap
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7. Wo. (161 km): Essen. Trinken. Laufen. Schlafen. Sonst nichts! (Laufen oft nur noch nur auf Autopilot): Das ist doch kein Leben! Selten fiel mir eine Woche so schwer, wie die nach dem Halbmarathon von Buseck! Peanuts Opfermut für Paris ist hingegen ungebrochen. Sie lief in diesem Abschnitt erstmals 100 Kilometer zusammen.
 
8. Wo. (144 km): Trotz schweren Zeiten und einer sich zuspitzenden Lebenssituation haben wir - statt alles abzublasen - am Ziel »Paris« festgehalten. Peanut mußte auf ihrer langen Runde dreieinhalb Stunden strömenden Regen bei Werten knapp über Null durchstehen. Ich wiederum habe die zweite Hälfte meiner 35-Kilometer-Runde mit einer Mordswut im Ranzen in 84 Minuten heruntergeprügelt.
 
9. Wo. (114 km): Ein Waldrennen unter Gefahr für das Leben......
 
.:: DER 3. AUFBAUKAMPF ::.
 
32. HALBMARATHON DER SKV MÖRFELDEN, 15.2.09
Alles, nur keine Höhenflüge unter den Jumbos von Rhein-Main
 
Waldfelden - das Davor, das Danach: es glich einer Latte von Gebrechen. Die Formkurve wollte gerade nach oben wachsen, als mich erst Sturmtief »Quinten« mit einem Erkältungsvirus traf und mir dann im Training auch noch ein Bagger den Weg versperrte. Beim Ausweichen habe ich mir eine Muskelzerrung im Oberschenkel eingefangen. Dazu kamen immer wieder Schmerzen in der alten Wunde Plantarsehne. Damit war die Form kaputt und an einen Halbmarathon eigentlich nicht zu denken. Noch am Freitagmorgen bezifferte ich meinen Start auf zehn Prozent. Aus der langen Planung, dem Mangel an Wettkämpfen und einer Abschwächung des Infekts heraus, sind wir dann aber doch angetreten.
 
Wenig ergötzend auch die Fakten für die Organisatoren der Sport- und Kulturvereinigung von 1879, die - Systemsterben hin, Permafrost her - zum 100. Geburtstag ihrer Fußballabteilung mit einen Teilnehmerschwund von vierzig Prozent bestraft wurden. Bei einem der größten Halbmarathons Hessens würden »nur« 313 ins Ziel im Waldstadion laufen! Unter strahlender Sonne und Minus vier Grad war das traditionelle Dreieck im Treburer Unterwald zu durchlaufen. Zweimal je zehn Kilometer. Oben am Himmel die Düsenflieger des nahen Weltflughafens Frankfurt - unter den Schuhen platte und zuschauerfreie Wege durch eine braun-grüne Waldlandschaft. Verbunden und vollendet wurde dies alles von je einer Runde auf Tartan.
 
Nach einem guten Start mit 15 Stundenkilometern ereilte mich der befürchtete Kollaps des Muskels schon auf dem 7. Kilometer. Im darauf folgenden Hin- und Hergerissensein zwischen Verstand (Aufgabe) und Willen (Durchhalten) bin ich letztlich den Kompromiss gegangen, und habe das Rennen mit submaximalem Einsatz und der gleichen Zeit wie im Vorjahr zu Ende gebracht. Eine schnelle Übungseinheit: mehr war das nicht. Und es hat verdammt gewurmt, sich dem Gegner wehrlos beugen zu müssen. - Peanut ist gesund ins Rennen gegangen, hatte sich aber nach ihren bei Nässe, Kälte und Dunkelheit geleisteten Läufen mehr erhofft. Zwar konnte sie ihre Zeit aus dem Vorwinter um vier Minuten unterbieten, fand sich in der Einlaufliste mit 1 Stunde und 55 Min. aber nur unter ferner liefen wieder.
 
Im Kabinentrakt gab es ein Wiedersehen mit dem Drittplatzierten Berbalk von Germania Halberstadt, der sich mit mir für den Lauf präpariert hatte. Es war ein wenig kurios, daß der kleine Mann aus dem Ostharz mich - nach dem Alter befragt - später plötzlich ehrfürchtig siezte. Der Hesse Grub wiederholte seinen Erfolg von 2008.
 
Salutionen
an Altmeister Behle (heute wieder Erster bei den Masters), der uns mit seinem Kraftwagen bis vor die Haustür gebracht hat! Die Operation »Waldfelden« war somit schon mittags um eins abgeschlossen!
 
Eine Randnotiz
Bei der parallel stattfinden Skijäger-WM wurde dem »Kannibalen« Björndalen trotz Verlassens der Strecke und einer Abkürzung von 13 Metern (bei 12,5 Kilometer) der Titel nach Protest und Gegenprotest doch noch zugesprochen. Könnte das im Umkehrschluß bedeuten, daß Marathonläufer, die sich nicht auf der »Blue line« halten können - sprich alle außer der Spitze - künftig das Rennen nach 42,0 statt 42,195 Kilometern beenden dürfen?!
 
Und ein Nachtrag
Am Mittwoch nach dem Halbmarathon wurde das im zehn Kilometer nördlich gelegenen Kelkheimer Wald von Ausbau-Gegnern errichtete Hüttendorf von der Polizei geräumt. Der Rodung im Auftrag der »Fraport AG« stand anschließend nichts mehr im Wege.
 
ZAHLEN UND ZEITEN
 
Wetter:
sonnig, -4ºC, windstill
 
Teilnehmer im Ziel:
313 (M: 252 / W: 61)
 
Männer:
1. Timo Grub (Hergershausen) 1:12:57
2. Johannes Moldan (Dörlesberg) 1:15:22
3. Marcel Berbalk (Halberstadt) 1:16:00
... Kampfläufer Vitus (Frankfurt) 1:28:53 (9. M45, 36. Gesamt)
 
Frauen:
1. Claudia Wassermann (Rüsselsheim) 1:36:18
2. Simone Roth (Hechtsheim) 1:37:31
3. Carolin Clauß (Frankfurt) 1:37:51
... Peanut (Frankfurt) 1:55:13 (5. W45, 222. Gesamt)
 
Ergebnisse:

LG Mörfelden-Walldorf
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10. Wo. (161 km): Eine Wunderheilung: Nachdem sie mich vier Monate unkontrolliert und hartnäckig plagte, ist die Plantarsehnenentzündung - ganz ohne die Faschos im Weißkittel! - wie aus dem Nichts verschwunden. Gleichfalls über Nacht abgeklungen (so als wäre nie etwas geschehen): die Muskelverletzung, die mir den Halbmarathon von Mörfelden zerstört hatte. Oh, man wünscht sich mehr von diesen wundersamen Heilungen......
 
11. Wo. (154 km): Um ehrlich zu sein: Paris, Frankreich, dieser Übergangs-Marathon: Das rechte Feuer habe ich von Anfang nicht gefunden. So etwas wie Leidenschaft hat es nie gegeben. Die Ödnis der täglichen Schinderei - immer allein - wurde am Dienstag von einem 17 x 400-Meter-Tempoturn auf Asche gekrönt. Ich habe diese erquickende Übung gleich doppelt absolviert. Am Vormittag allein. Und nachmittags noch mal als Lok für Peanut. Zweimal 25, zusammen 50 (fünfzig!) Runden, rund 1 ½ Stunden im Kreis - selbst für Verrückte eine Herausforderung! Peanut hatte diese Woche 103 Kilometer abgerissen.
 
12. Wo. (158 km): Nur noch verlorene Zeiten. Nach der ungünstigen Gegenwart zerbrach ich nun auch noch an den eigenen - vor Berlin 2008 - aufgestellten Trainingsrekorden und Umfängen. Das Ziel »2:49« war endgültig abgehakt.
 
13. Wo. (115 km): Stets nach zwei Stunden Laufen bekam ich plötzlich krampfartige Stiche unter den linken Rippen. Mit großen Sorgen erfolgte 21 Tage vor Paris die Generalprobe:
 
.:: DER 4. AUFBAUKAMPF ::.
 
19. SEPPEL-KIEFER-GEDÄCHTNISLAUF BAD KREUZNACH,
15.3.09
(Halbmarathon)
Auf Adlersschwingen durchs wilde Tal von Cruciniacum
 
»Wir müssen leider ohne Treppchen auskommen, es ist in der Reparatur.« Diese Entschuldigung von DJK-Vorstand Mallmann vor der Siegerehrung sollte der einzige Wermutstropfen bei diesem schönen Wettlauf sein. Die Deutsche Jugendkraft »Adler« 1920 hatte im Gedächtnis an sein Gründungsmitglied Seppel Kiefer zum 19. Mal den Halbmarathon von Bad Kreuznach ausgerichtet. Peanut und ich wurden wie Stars in einem eigens von Zeitnehmer Kaminski für uns klargemachten roten Volvo vom Bahnhof abgeholt und ins Stadion Salinental gebracht. In der neunten Morgenstunde hatten wir den zwischen Hunsrück und Pfälzer Bergland eingebetteten Startort in »Cruciniacum«, dem von den Kelten so benannten »Heim des Crucinius am fließenden Wasser«, erreicht.
 
Die Strecke bestand aus einer Runde von fünf Kilometern auf den flachen und asphaltierten Uferwegen längs der Nahe, der für den Halbmarathon nach einem Auftakt rund ums Stadiongelände anschließend viermal zu durchlaufen war. Mit Blick auf die himmelhohen Felsen, die kilometerlangen schwarzen Reisigwände der Gradierwerke, die grünen Parkanlagen und die wilden Wasser der Nahe, ergab sich ein überaus romantischer Rahmen. Das Prädikat »schnell« wurde von zwei, drei Rampen, teils aufgewölbtem Untergrund, einigen Haken, einem strammen Lüftchen und besonders von Spaziergängern und den Kindern der Kurzstrecken getrübt. Obendrein hemmte eine nebulöse Beschilderung die zeitliche Orientierung.
 
»Schneller, ihr Bube!« Treu des Ansporns seines Onkels und einstigen Übungsleiters hatte ein Neffe Seppel Kiefers ab 9.15 Uhr die Starts der einzelnen Wertungen mit insgesamt 606 Teilnehmern freigegeben. Um 9.45 Uhr fiel der Schuß für die 21,1-Kilometer-Strecke, die 91 Läufer beenden würden. Immer den Einheimischen folgend, hatte ich bis zur Hälfte auf der achten Stelle gelegen. Nachdem die Kurzstreckler das Feld geräumt hatten, war dann jeder auf sich und den Kampf gegen die Uhr gestellt. Aber da die Runde dann schon zweimal abgelaufen war, ging auch keiner mehr verloren. Mit der besseren Standkraft war es mir eingangs der Schlußrunde gelungen, bis auf die vierte Stelle vorzudringen - um direkt vorm Stadion auch noch den bis dahin Dritten abzufangen. Und wäre das Rennen vier Kilometer länger gewesen, wäre mir auch noch der ganz große Coup gelungen! Ich hätte nie damit gerechnet, es noch mal in die Spitze zu schaffen. 27 Jahre nach meinem letzten Radrennen belegte ich den 3. Rang im Endresultat des Kreuznacher Halbmarathons. Und das mit zarten 47!
 
Meiner Freundin wiederum hatte ich im Falle eines Nichterreichens einer 1:51er Zeit angedroht, den Heimweg (Luftlinie: 66 Kilometer) per pedes zurückzulegen. Sei es die drohende Strafe gewesen oder aber das eiserne Training der letzten Wochen: Peanut machte ein famoses Rennen. Ebenfalls über weite Strecken allein gegen den Wind anlaufend, unterbot sie ihre alte Zeit um eine Minute und lief nach 1:51:56 Std. im Salinental-Stadion ein. Damit gewann sie den 3. Platz unter den erfahrenen Frauen und darf nun von einer »3« vorm Doppelpunkt in Paris träumen.
 
Die Siegerauszeichnung verlief schmucklos. Die Klassenersten durften ihre Urkunde nach Aufruf (und ewigem Herumstehens im kalten Wind) hinterm Zaun eines Nebenplatzes abholen. Kein Treppchen. Keine Gesamtwertung. Kein Siegerbild. Kein Scheck. Nichts! Wenig rühmlich auch die Preise für den »Kuchen danach«, der im Adlerheim bei 1,70 Euro pro Stück lag. Aber wir hatten sowieso unsere eigenen Schnitten mitgebracht. Und das beste Geschenk war sowieso das alles gehalten hatte und wir sind gesund geblieben sind. Cruciniacum war eine schöne Sache ganz im Geiste des Volkslaufs.
 
ZAHLEN UND ZEITEN
 
Wetter:
bedeckt, 10ºC, frischer bis böiger Wind aus Nordwest
 
Teilnehmer am Start:
606 (Halbmarathon, 10 km, 5000 m, 1300 m, 200 m)
Teilnehmer im Ziel:
520
Halbmarathonläufer im Ziel: 91 (M: 81 / W:10)
 
Männer:
1. Dirk Karl (Grünstadt) 1:23:48
2. Michael Scherer (Kaiserslautern) 1:25:14
3. Mario Voland (Frankfurt) 1:25:24 (1. M45)
 
Frauen:
1. Kerstin Alt (Hettenrodt) 1:40:22
2. Helga Bernhard (Frei-Laubersheim) 1:40:29
3. Andrea Hessle (Nassau) 1:40:43
... Peanut (Frankfurt) 1:51:56 (PB) (3. W45, 77. Gesamt)
 
Ergebnisse:

SK-Cross
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14. Wo. (160 km): »Ich hoffe Dir geht es heute besser und Du machst mal Pause. Gestern hast Du sehr schlecht ausgesehen, richtig ausgezehrt.« So einen Notizzettel hatte ich am Freitag neben der Kaffeemaschine vorgefunden, geschrieben von Peanut. Es war eine dieser schlafarmen, antriebslosen und reizbaren Wochen, voll von deprimierenden Leistungen beim Training. Wir versuchten uns abwechselnd mit Durchhalteparolen zum Endkampf anzutreiben. Noch 14 mal Aufstehen. Dem Ende entgegen........
 
15. Wo. (116 km): Die Tempoteile auf dem vorletzten Abschnitt waren der »Marathon-Renntempo-Test« (18 Kilometer) und die »Lange Treppe hoch« (3000-4000-5000 Meter im Marathontempo). Dazu kam der letzte lange Kanten von 30 Kilometer. Während Peanut diese Einheiten bei Sturm, Schnee und Regen durchstehen mußte, bin ich einigermaßen an den Vorgaben von Greif gescheitert. Und: Ich litt nun unter Schmerzen im linken Knöchel. Der Knorpel zwischen Schien- und Sprungbein dürfte wohl vollständig zermörsert sein.
 
16. Wo. (32 + 42,195 km = Gesamt 2158 km): Boston versus Paris: Am 30. März trafen die Startunterlagen aus Hopkinton, MA, ein. Als Zeitqualifizierter stand ich mit »Bib Number 2922« in der Starterliste für den Mythos »Boston«! Ohne Flug, ohne Unterbringung, aber als einer von 25
 000 Glückseligen - und herzgeboten. Doch Boston sollte 15 Tage nach Paris steigen......
 
.:: DER MARATHON ::.
 
33. MARATHON DE PARIS, 5 avril 2009
Freitag, 3. April
 
Auf den Rädern des Eilzuges ICE sind Peanut und ich am Mittag nach nicht mal vier Stunden in Paris Est eingerückt. Blitzartig sozusagen. Und es verblieben nur wenige Kilometer zur Unterbringung - die in der Pariser Métro jedoch zu einer unüberwindbaren Hürde werden können... Nach sage und schreibe einer Stunde hatten wir die notwendigen »Billets« endlich gelöst und uns unter allgegenwärtigen Überwachungskameras zum gebuchten Quartier »Hilton Paris La Défense« in Europas größtem Bürodistrikt - der von Mitterand erdachten Trabantenstadt La Défense - durchgeschlagen. Wir verorteten unsere Bleibe zwischen seelenlosen Glastürmen, dem himmelhohen Grande Arche sowie nekrophilen Krawattengestalten, unterm Dach der Kongreßhalle CNIT. »Hilton La Défense« war ein verdammter Snobkasten - gewiß auch vollständig von Kameras überwacht -, es war vollelektronisch und verfügte über Fenster, die nicht zu öffnen waren. Vier Tage lang würden wir die Luft einer Klima-Maschine atmen und die Büros und Denkfabriken des Halleninneren zum Ausblick haben. Um 18 Uhr war der Pflichtgang zur Marathon Expo am Parc des Exhibitions im Süden der Hauptstadt erledigt. Nach drei lockernden Abendrunden um den Friedhof von Nanterre - dem einzigen Grün in Défense - stand uns nun noch die Beschaffung von Proviant bevor. Wir tätigten dies in einem der Mega-Supermärkte mit den kilometerlangen Regalen namens »Auchan«, und würden mit völlig zermarterten Gliedern erst in der zehnten Stunde zurück in die Bettenburg finden. (Ein Trupp schwerbewaffneter Soldaten - im grenznahen Strasbourg war der Haß auf die NATO, die »Vague de Violence« entbrannt - half uns bei der Wegfindung.) Nach hastig zubereiteten Nudeln mit Tomatensoße sowie einer Partnermassage, sind wir zur Mitternacht - 33 Stunden vorm Start (!) - mehr tot als lebendig ins Bett gefallen. Weggeschlossen und weggesperrt. George Orwell wachte über uns.
 
Sonnabend, 4. April
 
Der Folgetag konnte eigentlich nur dem vagen Versuch einer Wiederherstellung gelten. Wir waren eine Dreiviertelstunde traben auf Beton, haben im hiltoneigenen Frühstücksraum »Salon Briand-Adenauer-Nobel« eine Apfelsine gegessen (die einzig verwertbare Nahrung), haben uns auf dem Zimmer Haferbrei und Nudeln mit »Escalopes de Dinde« (Hähnchenschnitzel) gemacht, haben die speziell für den Paris-Marathon hergestellten schwarzen Zeittransponder in die Schuhe geschnürt, den Treff mit den interAir-Betreuerinnen wahrgenommen, und uns um 22.30 Uhr in die Horizontale begeben. Während Peanut sofort Schlaf fand, lag ich bis halb zwölf wach. Auch heute patroullierte mit Maschinengewehren bewaffnetes französisches Militär vor unserem Hotel.
Vorm Triumphbogen (© Vitus)
Sonntag, 5. April
 
PARIS-MARATHON. Um 4.44 Uhr war es Zeit zum Aufstehen. Unser Frühstück sah »Pain de Mie complete« (Vollkorntoast) mit Erdnußcreme, Banane, »Miel de la Champagne« (Honig) und Moosbeeren vor. Dazu gab es Kaffee und Kamillentee. - Um 7.10 Uhr haben wir das Quartier verlassen. Nach einem vollen Tag in künstlichem Licht und künstlicher Luft durften sich die Lungen nun wieder mit dem Lebenshauch von Mutter Natur füllen. Vom Grande Arche ging es mit der Vorortbahn RER A zur Place de l´Etoile, und um 7.45 (eine Stunde vorm Start) standen wir erstmals im Schatten des Arc de Triomphe. Nun hieß es sich flink die Rennkluft überzuwerfen (in Erinnerung an bessere Zeiten startete ich mit weißer D-Rune auf der Brust), die Rucksäcke am vorgesehenen Zelt abzuliefern, die richtige der strahlenförmig zum Triumphbogen zulaufenden Straßen zu nehmen, und sich ins Startareal auf der Champs-Élysées hineinzuquetschen. Sechs Minuten vorm Peng war dies geschafft.
 
Nachdem wir monatelang bei teils klirrender Kälte und oft Dunkelheit und Nässe trainieren mußten, war es zur Marathonwoche warm geworden. Am Morgen noch kühl, trieb eine ungehemmte Sonne das Thermometer rasch auf frühsommerliche Werte. Dazu ging so gut wie kein Lüftchen. Alles andere als rosige Vorzeichen also. Zur Wegzehrung: Paris bot Bananen, Apfelsinen, Trockenobst (Aprikosen, Rosinen und Kochbananen), aber - mit Ausnahme von Kilometer 35: Powerade - keine Energiegetränke, nur Wasser aus Viertelliterflaschen an!
 
Kilometer 0 bis 10:
Von der Prachtstraße der Elysischen über die Bastille zum Bois de Vincennes
 
Paris wischte sich noch den Schlaf aus den Augen, als Statthalter Delanoë um 8.45 Uhr die Startpistole abdrückte. Direkt hinter den Kanonen das Rennen aufnehmend, hatte ich nach acht Sekunden die Zeitmaschine passiert. Peanut startete mit Sicht zum 3:45-Pacer und folgte unreguliert und in einem Rutsch im selben Heerwurm (in Paris erfolgen keine Blockstarts). Von ursprünglich 39
 505 Registrierten machten sich letztlich 31 373 Marathoniens und Marathoniennes auf den Weg über das Pflaster der Avenue des Champs-Élysées hinab zur Place de la Concorde. 30 332 würden das Ziel erreichen. Nach dem Triumpfbogen war der »Obelisque« der zweite berühmte Monolith auf dem Weg nach Osten. Die antike Marmorsäule wird jährlich von der Schlußetappe der Frankreich-Rundfahrt gestreift. Unmittelbar darauf breiteten sich rechterhand der Tuilerie-Garten und die lange Fassade des Nationalheiligtums Louvre aus. Man bewegte sich auf einer schönen Unbekannten mit dem wohltönenden Namen Rue de Rivoli! Der gelegentliche Ausruf »En garde!« erinnerte mich bißchen an die berühmten Musketiere. Paris betrachtete den Marathon kämpferisch! Auf der Place de la Bastille, die mit ihrer Julisäule ein wenig an die Siegessäule von Berlin erinnert, folgte der erste Verpflegungspunkt. Und schon im dünnbesiedelten Vorderfeld kollerten unzählige weggeschleuderte Wasserflaschen über das revolutionäre Pflaster von Paris. In Peanuts Bereich würde es ein Minenfeld aus Trinkbehältern, Schwämmen und Obstschalen sein. Läufer würden straucheln und ausrutschen und es würde sich ein langer Stau bilden. Weiter ging es über die Place de la Nacion zum Pflasterkreisel im Boulevard Soul, wo sich neben dem nächsten Ravitaillement auch ein dichtes Zuschauerspalier drängte. Eins der wenigen - und das letzte für eine sehr lange Zeit...
 
Kilometer 11 bis 20:
Für zehn Kilometer im Geisterwald von Vincennes
 
Nach elf Kilometern folgte der Eintritt in den Wald Bois des Vincennes. Wohin der Blick sich nun wandte: überall zartgrüne Bäume, blühendes Buschwerk, helle Lichtungen und mal asphaltiertes, mal kleingepflastertes Geläuf voraus. Unterbrochen wurde die stille Kulisse nur vom malerischen Schloß Château de Vincennes, von Vögelgezwitscher und einigen Franzosen, die unerlaubterweise als Tempomacher für ihre Kumpanen eingriffen (unvollkommene Absperrungen machten es möglich). Im Übrigen lief jeder allein für sich dahin. Und das für nicht weniger als zehn Kilometer! Fast hatte der Kampf nun etwas von einer straffen Übungseinheit im Park oder einem Ausflug ins Grüne. Nicht der Hauch eines Gefühls, in einem der größten Marathonläufe der Welt unterwegs zu sein. Gerade die Anstachelung von außen, dieses frenetisch Voranpeitschende habe ich jetzt, in der Einsamkeit der weiten Waldlandschaft, sehr vermißt. Schon am richtungsweisenden zehnten Kilometer war ich anderthalb Minuten langsamer, als beim ungleich härteren New-York-Marathon gewesen. Aber die Straßen im Big Apple waren auch von diesen verzückten Millionen gesäumt... Die Zeiten in Paris fielen weiter ins Bodenlose an. Im alten Wald von Vincennes war der Winter meiner Sportkarriere gekommen. Nach 18 Kilometern blieb rechts die Radrennbahn und Hauptwettkampfstätte von Olympia 1900 und 1924 zurück.
 
Kilometer 21 bis 30:
Durch das rechte Seine-Viertel zum Eiffelturm
 
Die Port de Charenton bedeutete das Ende des Waldes, die Halbmarathon-Marke, und den Auftakt auf dem Weg zurück in den inneren Stadtkern. Wiederum verlief die Route durch einen Kanal voller französischer Baukultur, die nie einen Bombenangriff erlebte. Nach 25 Kilometern war die Seine erreicht. Eine kurzes gepflastertes Gefälle führte hinunter auf die Uferstraße, auf der es nun rechts der Seine - rive droite - dem Ziel entgegen ging. Unmittelbar nach dem Ausblick auf die Île de la Cité mit der gotischen Kathedrale Notre-Dame verschwand die Route in einem anderthalb Kilometer langen, klaustrophobischen Autotunnel unter den Tuilerien, in dem es nicht nur an Licht - nur gedimmte Gelblampen schufen etwas Orientierung -, sondern besonders auch an Luft mangelte. In der Mitte der Röhre hatte ich das schlechte Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Nach einer Rampe hinauf ins Licht kurz nach Luft geschnappt, wiederholte sich dieses Szenario gleich darauf noch einmal. Diesmal für vierhundert Meter unter der Erde. Zwischen Halbmarathon und Kilometer 30 war ich trotzdem sehr schnell gewesen und steuerte eingangs des letzten Rennviertels mit einer Zwischenzeit von 2:05 Stunden auf eine Endzeit von 2:55 Stunden zu.
 
Derweil fiel in der Spitze die Entscheidung. Erneut machten die anonymen und austauschbaren Kenianer und Äthiopier das Rennen unter sich aus. Nachdem bis Kilometer 35 eine Gruppe aus 15 Läufern in einem Affenzahn zusammengerannt war, entführte letztlich der blutjunge Kipruto die 50
 000 Euro Siegprämie ins Marathon-Schlaraffenland Eldoret. Nach einem Zermürbungskampf mit dem äthiopischen Debütanten Worka rannte Kipruto mit 2:05:47 Stunden nicht nur Streckenrekord, sondern die achtschnellste Zeit in der Geschichte des Marathonlaufs überhaupt. Der 22jährige ist fortan in Kenia ein reicher Mann, er wird eine Farm erwerben, und sein Stamm wird bis ans Ende seiner Tage ausgesorgt haben. Für einen anderen stand Paris unterdessen im Zeichen des Abschieds: Der 40jährige Brasilianer Vanderlei Lima, tragischer Held des Olympia-Marathons von Athen 2004, beendete als Zwanzigster in 2:20:31 Std. seinen letzten Kampf auf den Straßen dieser Welt.
 
Kilometer 31 bis 40:
Von der Place du Trocadéro übers Prinzenparkstadion in den Bois de Boulogne
 
Der Eiffelturm... Da rennt man einmal im Leben durch die Stadt der Liebe, und ist dann im Tunnel! Rive gauche, links der Seine, stand das Sinnbild der Stadt. Peanut sollte mir später davon erzählen. Von jenem himmelkratzenden Eisengerippe, das von mir überhaupt nicht, und von Peanut als häßliches Drahtknäuel wahrgenommen wurde. Dafür bin ich eine Straßenecke weiter gefährlich umgeknickt. Fernsehreporter sagen dann immer: »Das tut schon beim Zusehen weh.« Nach 33 Kilometern zweigte die Route in den Bois de Boulogne ab. Der Rest verlief im westlichen der großen Pariser Wälder. Kultstätten wie das 1897 erbaute Prinzenparkstadion (Austragungsort von Olympia 1924 und Fußball-Weltmeisterschaft 1938), die Pferderennbahn Hippodrome D´Auteuil und die rote Asche von Roland Garros liegen hier und wurden von uns berührt. Auch der olymische Marathon von Paris 1900 nahm im Bois de Boulogne seinen Anfang. Ein staubiger Naturweg wurde gekreuzt. Und überall sprießendes Grün, zirpende Vögel, und - außer ein paar Kapellen mit weichem Pop und einigen Kinderwagenschiebern - kaum ein Mensch unterwegs. Nur ein Jogger. Ein weiterer, der als illegaler Tempomacher ins Geschehen eingriff. Erst mir »Allez, allez, allez, Kelly!« entgegenschreiend (trotz Pferdeschwanz: Ich bin nicht Joey!), dann einem Kameraden, dem er zu einer Zeit unter drei Stunden helfen wollte. Frühlingserwachen im Bois de Boulogne! Die Anfeuerungen hatten den hübschen Effekt, daß ich nun den dritten Wind bekam. Nach einlullenden Meilen halfen mir die »Allez, allez, allez!« das Tempo hochzuhalten! Zwei Kilometer vor Ultimo hatten die französischen Macher ein Bufett aufgebaut, daß so ziemlich alles bot, was das Leckermaul begehrt. So konnte sich der Marathonien neben körbeweise Obst und getrockneten Früchten auch an rotem Wein laben.
 
Kilometer 41 bis 42,195:
Zieldurchlauf mit Blick auf den Arc de Triomph
 
Auch in Paris war das Phänomen zu beobachten, daß manch einer kurz vorm Ziel durch geistige Müdigkeit ins Gehen verfiel - und damit nach monatelanger Entbehrung Minuten vorm Ende den gewünschten Erfolg wegschenkte. Auf der Avenue Foch war das Ende eingeläutet. Die exklusive Schlagader mit dem weißen Triumphbogen am Horizont war ebenso wenig auffällig, wie die neun Kilometer vorher. Tribünen haben nicht existiert, auch kein Bad in der Masse, selbst der Strich war kaum wahrnehmbar. Fast schon in Lethargie, konnte ich gerade noch eine Zeit unter der magischen Stundengrenze sichern. Nach 2:58:47 Stunden hatte ich die Grand Boucle durch Paris auf einem dreistelligen Rang abgeschlossen.
 
Nichts war es mit dem Aufstieg zur Championesse unterm Triumphbogen: Peanuts Traum von der »3:59« ist nicht Wirklichkeit geworden. Die Anreise mit dem krafttötenden Freitag hatte ihr noch am Morgen des Rennens in den Beinen gesteckt. Dazu kam das ungünstige Wetter. Peanut haßt Sonne regelrecht, und die Luft war ihr so dick und schwer wie Wasser. Versteckt hinterm Hasen für die »3:45« und getragen von der Welle der Läufer, lag mein Mädel 30 Kilometer lang auf einer Marschlinie für eine Endzeit unter vier Stunden. Nach 32 Kilometern ist Peanut dann jedoch ohne erkennbaren Einbruch vor die Hunde gegangen. Den letzten Biß hat sie nie besessen. Nachdem sie vom 4:00-Zugläufer überholt wurde, war ihr aller Schneid genommen. Peanut hat trotzdem ein gute Leistung abgeliefert und mit 4:07:39 Std. wenigstens ihren alten Bestwert um 1 ½ Minuten unterboten. - Im ZIEL waren wir schlauer: Wir hätten in Rotterdam antreten sollen. Der zeitgleiche Marathon in Holland vermeldete fünf Grad weniger, der dortige Champion war über eine Minute schneller als der von Paris!
 
 
FAZIT
 
Paris hatte eine gute Organsation und verwöhnte mit einer üppigen Streckenversorgung und einer ansehnlichen und ebenen Strecke. Viel herrlicher konnte man Paris nicht erkunden. Fragwürdig blieben die zwei sauerstofflosen Tunneldurchquerungen. Ferner wies die GPS-Uhr eines Läufers aus Offenbach, der 2010 in Paris war, die Strecke um 8 0 0 Meter zu l a n g aus! Im Umkehrschluß wäre der Sieger Weltrekord gelaufen! Wenig mitreißend war die Atmosphäre am Rande. Mit Laufen hat man in Paris nichts am Hut. Von Erfolgen sind Einheimische so weit weg wie Spyridon Louis von einer Wiederauferstehung. Außer an der Champs-Élysées und der Seine herrschte Leere, besonders in den Wäldern Bois de Vincennens und Bois de Boulogne. Wirkung: Obwohl Paris zu den größten Marathons zählt, klafften zu Boston, London, Berlin, Chicago oder New York in Sachen Strahlkraft Welten. Paris bezog seinen Reiz aus einer gewissen Leichtigkeit bis Provinzhaftigkeit. Der Internationale Leichtathletik-Verband IAAF zeichnete Paris 2009 jedoch als einen von sieben europäischen Straßenläufen mit dem Prädikat Gold Road Race aus! Achtung: Die Urkunde gab es nur als Datei zum Selberausdrucken aus dem Netz. Paris versendete ferner auch keine Ergebnishefte. Es gab nur die Ergebnisliste in der Montagsausgabe der Zeitung »L´Equipe«! Für die am Material Interessierten noch unser Schuhwerk: Frau lief mit Asics Gel-3000, Mann mit Adidas adiZero Adios (Gebrselassies Weltrekordschuh).
Der Kampf in einer BILDERTAFEL... anklicken............
POST-MARATHON-KULTUR
 
Ursprünglich wollten wir nach dem Marathon zum »Festival des Mondes du Crust-Over«, einem Hardcore- und Punkfest im Klub »Pena Festayre« mit Soziedad Alkoholika und fünf weiteren Gruppen. Der in Paris lebende Emmanuel von der Doomgruppe Northwinds hatte uns alle notwendigen Informationen geliefert. Aber leider waren wir 1. zu kaputt, und 2. hätte die Fahrt vom äußersten Westen in den Nordosten der Stadt pro Strecke eine Stunde gedauert. Unser Geldbeutel hat dann auch nicht für ein französisches Abendbrot genügt (1664, Kronenbourg & Co. schlugen mit 6,80 Euro zu Buche). Wir haben uns letztlich in die U-Bahn gesetzt, sind aufs Geradewohl an der Station »Pont de Neuilly« ausgestiegen, und waren in einem der wenigen Orte von Paris mit volkstümlichen Preisen: einem China-Restaurant.
 
Montag, 6. April
 
In aller Frühe haben wir die Ränzlein gepackt und ausgebucht. Da wir den Inhalt der Minibar berührt hatten, wollte Monsieur Hilton uns 114 Euro abknöpfen. (Die Elektronik hatte alles genau registriert. Wer weiß, was noch...) Daher ein W
 a r n h i n w e i s: Das Hotel »Hilton Paris La Défense« ist nicht zu empfehlen! Sportler sind nicht willkommen - Deutsche erst recht nicht! - Nach erfolgreicher Flucht sind wir zwecks Medaillengravur zum Laden »Les Créations Sportives Françaises« im Hallenviertel »Les Halles« gefahren. Nur 30 der 30 000 Ins-Ziel-Gekommenen waren an einer Personalisierung ihrer Plakette interessiert. Das Gravieren zog sich über eine Stunde. Nicht auszudenken, hätten alle den gleichen Wunsch gehabt... Das einzig wirkliche Pariser Flair - damit ist auch Leben und leben lassen gemeint - haben wir beim Warten auf kalorienbeladenes Camembert-Baguette und kühles Bier im »Cafe l´Imprimerie« gehabt. Ansonsten waren wir vier Tage lang wie M a u l w ü r f e in finsteren Metroschächten und im hermetisch abgeriegelten Hotelzimmer unterwegs. Um 13.09 Uhr rollte unser Zug ab der Gare de l´Est zurück nach Deutschland.
 
Am 7. April habe ich schweren Herzens meinen Start beim Boston-Marathon (20. April) abgesagt. Am zweiten Mai traf die Urkunde mit dem Endresultat aus Hopkinton, MA ein: »M. Voland - NO TIME RECORDED«.
 
C´est la vie,
 
 
Kampfläufer Vitus, 12. April 2009
 
.:: ZAHLEN UND ZEITEN ::.
Wetter: sonnig mit Temperaturen um 16ºC, dazu ein leiser Luftzug aus Nordwest
Zuschauer: ca. 220
 000 (offiziell)
 
Teilnehmer gemeldet:
39
 505 (Franzosen: 26 880, Ausländer: 12 625)
Teilnehmer am Start:
31
 373 (Nationen: 95, aus Großbritannien: 5188, Italien: 1107, Deutschland: 946, USA: 756, Belgien: 723, Spanien: 543, Schweiz: 343, Irland: 338, Niederlande: 255 etc.)
Teilnehmer im Ziel: 30
 334 (M: 25 281 / W: 5053)
 
Männer:
1. Vincent Kipruto (Kenia) 2:05:46 (SR)
2. Bazu Worka (Äthiopien) 2:06:14
3. David Kiyeng (Kenia) 2:06:23
4. Yemane Adhane (Äthiopien) 2:06:30
5. Rachid Kisri (Marokko) 2:06:48
6. David Mandago (Kenia) 2:06:53
 
Frauen:
1. Atsede Bayisa (Äthiopien) 2:24:41
2. Aselefech Mergia (Äthiopien) 2:25:01
3. Christelle Daunay (Frankreich) 2:25:43
4. Ashu Kasim (Äthiopien) 2:25:49
5. Julia Muraga (Kenia) 2:29:10
6. Worknesh Tola (Äthiopien) 2:29:19
 
Kampfläufer Vitus (Deutschland)
Startnummer:
5430
Nation: GER
Zeit: 2:58:47
Platz: 941 von 31
 373 Gesamt
Platz: 346 von 9098 in der Kategorie VH1 (1969-1960)
Zwischenzeiten:
05 km: 0:20:26
10 km: 0:41:16
15 km: 1:02:08
21,1 km: 1:27:40
25 km: 1:43:44
30 km: 2:05:06
35 km: 2:26:54
 
Peanut (Deutschland)
Startnummer:
39655
Nation: GER
Zeit:
4:07:39 (PB)
Platz: 16
 432 von 31 373 Gesamt
Platz: 528 von 1914 in der Kategorie VF1 (1969-1960)
Zwischenzeiten:
05 km: 0:27:55
10 km: 0:55:54
15 km: 1:23:49
21,1 km: 1:58:14
25 km: 2:20:43
30 km: 2:50:13
35 km: 3:21:03
 
Schwarze Schafe:
204 Teilnehmer wurden wegen Akürzens disqualifiziert und namentlich im Netz veröffentlicht. Der »Schnellste« unter den Betrügern (Mourao) traute sich nach 2:22:31 über den Zielstrich. Manche erschienen nur am Start ... und dann erst wieder im Ziel!
 
Ergebnisse:

>> Paris-Marathon