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KYUSS LIVES!, WAXY, BURDEN D-Neu-Isenburg, Hugenottenhalle - 24. März 2011 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Sold out - Ausverkauft! Die Karten für Kyuss´ Kreuzzug durch die Alte Welt waren lange vergriffen. Vor vier Monaten, im November 2010, hatten wir zwei Exemplare fürs hessische Neu-Isenburg erstanden - schnöde »Online Tickets« zum Selberausdrucken zu 29,70 Euro pro Stück und Stehplatz. Vor der Hugenottenhalle versuchten fliegende Händler noch ihr Glück mit Wucherpreisen... Leider wurden die eigenen »Karten« dadurch aber auch nicht schöner: Nichts war´s mit einem Umtausch in »richtige« Eintrittskarten an der Abendkasse. Dafür hatte der örtliche Durchführer »Batschkapp« für erhöhte Sicherheit gesorgt. Neben Leibesvisitationen schufen Eisenzäune, schwarze Gorillas und Sanitäter für Ordnung im Saal. Doch was nützen alle Vorkehrungen, wenn sich unter tausende Besucher immer auch nur ein einziger Verrückter mogelt - wie der heutige, der mit dem Austeilen von Kopfnüssen für blutige Schädel im Publikum sorgte? Dazu war die Hugenottenhalle unzulässig überfüllt. Die offiziell 2500 hatten den Betonklotz vor den Toren Frankfurts zu einem Backofen gemacht, in dem man ständig gerempelt wurde. Es war der reinste Segen, daß wir die erste Gruppe verpaßten. Jedoch nicht Waxy, sondern BURDEN hatten um 20.10 Uhr den Staub aus den Lautsprechern geblasen. Ausgerechnet Burden! Auf Burden war ich eigentlich sehr gespannt gewesen. Frontmann Thorsten kannte ich von zwei Auftritten mit den Alternativrockern Bootleg Version und den Darkrockern Sisko. Seit geraumer Zeit stehen die Zeichen aber auf Doom - und im Dezember 2010 durften Dave, Johnny, Marcus, Saint und »Kürbis« sogar Kanonenfutter für Saint Vitus sein! Einen Besucher nach dem Rudel aus Hessen befragt, befand der es als »Haben nicht lange gespielt, nur 30 Minuten.« Und: »Wollten wie Kyuss klingen. Der letzte Song war der Beste. Burden waren okay, aber nicht sooo super.« Im weiteren Verlauf konnte man die Akteure bei martialischen Posen am Klamottenstand beobachten. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Mitten in deren dritte Nummer hatten wir uns in den Saal zu WAXY vorgekämpft. Aber auch hier hielt sich die Enttäuschung über das Entgangene in Grenzen. Waxy einte nicht nur der Wohnort Palm Desert mit Kyuss - womöglich drückten sie sogar die gleichen Schulbänke wie Garcia & Co. - nein, Waxy wandelten tief in den Spuren ihrer Idole. Waxy waren welche aus dem Heer der Kyuss-Nachmacher. Mittelschnelle Radiorocker kreuzten sich da mit den alternativen Queens of the Stone Age und dem alten Schatten der Helden. Ein Klavier stiftete dem Ganzen einen gewissen 70er-Jahre-Charme. Aber im Grunde waren Waxy geschrammelte Langeweile an einem viel zu heißen Ort, der für die Youngsters von der Westcoast mindestens zwei Nummern zu groß war. Vielleicht hätte in einem Keller alles intensiver gewirkt... So blieben fünf blutarme Figuren, ein dröger Sänger, wächserne Melodien und eine stumpfe Beschallung als Erinnerung zurück. Um 20.45 Uhr hatten die Replikanten aus USA begonnen und zwanzig nach Neun waren sie durch. Freude bereitete mir indes das Wiedersehen mit zwei alten Bekannten. Erst gab es das Aufeinandertreffen mit Tankard-Sturmtank Gerre. Besser gesagt mit dem, was davon übrig ist. (Gerre hat gefühlte zwei Zentner abgenommen und war heute nur seiner Freundin zuliebe bei Kyuss erschienen.) Und später erblickte ich im vieltausendköpfigen Gewusel auch noch den blonden Riesen El Hulle, den ich seit einem Busausflug mit Tankard vor acht Jahren kannte. (Der heute aber zugleich zum letzten Male in Hessen auftauchte, um sein Glück fortan beim Astrasaufen in Hamburg zu finden.) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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In den frühen Neunzigern, als die Tage noch verrückt und die Nächte viel zu kurz waren, als man Feuer und Flamme für den Stoner Rock war, hatten wir mit Kyuss 1995, Unida 1999 und Hermano 2002 schon drei Vorfahren von KYUSS LIVES! erlebt. Das heutige Ereignis stand aber noch mal unter einem ganz besonderen Stern. Denn mit John Garcia, Brant Bjork und Nick Oliveri hatten sich drei Mitglieder der Urbesetzung der Sons of Kyuss aus dem Jahre 1989 zusammengefunden. Neben dem Gesang, dem Schlagzeug und dem Baß fehlte nur die Gitarre Josh Hommes, die heute Bruno Fevery bediente, der wiederum schon im Projekt Garcia Plays Kyuss zugange war. Und wenn hier von Projekten die Rede ist, seien auch noch Slo Burn, Fu Manchu und Mondo Generator genannt, bei denen Garcia, Bjork und Oliveri ihre Spuren hinterließen. Kyuss Lives! war sozusagen die Wiederauferstehung der Meister der Untoten, für den der Name »Kyuss« steht. - Im Hier und Heute war es das hypnotische Lied »Gardenia«, das um 21.52 Uhr als erstes durch die Gluthitze der Hugenottenhalle waberte. Danach erhob sich ein Lüftchen namens »Hurricane«, und »Thumb« wurde zum ersten großen Funkenschlag des Abends überhaupt. Die drei Genannten für sich waren schon so was wie die Quintessenz jener einzigartigen, von Kyuss erfundenen Stilart, die Blues mit Psych und Rock, und schwere Fuzzgitarren mit drückenden Bässen und kojotengleichen Vokalen verschmilzt. Jene dröhnende, horizontweitende Musik, die einst von Männern mit langen Haaren und Bärten unter Zuhilfehnahme von Dieselgeneratoren und Mary Jane in mythischen Sitzungen in der Wüste Kaliforniens zelebriert wurde. Vollständig ohne Durchsagen, ohne große Effekte, auch ohne große Theatralik, nur unter Einsatz von Vernebelung, stoisch, fast schon phlegmatisch, schoben die Wüstenfüchse aus Amerika nun weitere Marksteine hinterher. Mit »Conan Troutman« und dem etwas milderen »Freedom Run« fielen eigentlich nur zwei Stücke etwas ab - bevor der psychedelisch eingeleitete Doppelschlag »El Rodeo« und »100º« final alles Schwache hinwegfegte. Die unweigerliche Verlängerung haben wir verschenkt. Zum einen war der Verschleiß nach unserem jüngst bestrittenen Marathonlauf im Bienwald zu groß. Dazu waren wir in Gedanken schon wieder zu weit weg, beim nächsten Kampf nur 17 Tage später in Rotterdam. Ferner waren es große Sorgen und schwere Gedanken, die mir die Seele vergifteten. Und letztlich auch die schlechte Sicht und Luft in der Halle, dazu die Abhängigkeit von den Bussen und Bahnen heimwärts. »Green Machine« hätten wir gerne erlebt. So sind wir mit Beginn der Verlängerung um 23.05 Uhr klitschnaß bis auf die Knochen abgedampft. Der Abend mit Kyuss war nicht immer übersinnlich, aber doch denkwürdig. K y u s s l e b t! El Vito, 29. März 2011 (Die Lichtbilder stifteten Hl.Vitus und Kyuss) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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ABSPIELLISTE BURDEN 1. The Slug, The Drug, The Misery 2. Bless The Broken 3. Done With Denial 4. The Fool 5. Process 6. Man Of No Account ABSPIELLISTE WAXY 1. You Say Yes 2. Just A Name 3. No Escape 4. Over Before It Began 5. To Get Closer 6. Vanilla 7. Motorcade ABSPIELLISTE KYUSS LIVES! 1. Gardenia 2. Hurricane 3. Thumb 4. One Inch Man 5. Conan Troutman 6. Odyssey 7. Freedom Run 8. Asteroid 9. Supa Scoopa And Mighty Scoop 10. Fatso Forgotso 11. Whitewater 12. El Rodeo 13. 100º **** 14. Molten Universe 15. Spaceship Landing 16. Allen´s Wrench 17. Green Machine | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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