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THE SOUND OF SWEETNESS, MONOBREED D-Nürnberg, Z-Bau (Kunstverein) - 3. November 2006 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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»Vor der Kaserne, vor dem großen Tor...« - während Reverend Bizarre sich nach dem großartigen »Doom Over Nuernberg« halsüberkopf von Nürnberg und den Bühnen dieser Erde (!) verabschiedet hatten, war ich mit Peanut noch drei Tage ganz in der Nähe des Konzertorts Südkaserne geblieben. Wir hatten den Katzenjammer mit leckerem Frankenbier verjagt, und haben in Nürnberg getan, was man nicht in jeder deutschen Großstadt tun kann: Wir haben uns mit schicken Untergrundklamotten eingedeckt, waren in den Bunkeranlagen des Burgfelsens (wo die Reichskleinodien den alliierten Bombenhagel überstanden), und zwei Tage nach dem Doom sollte es im Z-Bau eine schöne Fortsetzung geben: Stoner Rock mit Monobreed. Auch Sludge-Onkel Boris würde erneut mit von der Partie sein. Ungläubiges Kopfschütteln, weil dann nur 15 Leute zur Südkaserne gekommen waren. Na, sagen wir mal: mit dem Freudeskreis der Musiker 25, aber eher lethargische Gestalten. Und dies an einem Freitagabend und bei fünf Euro Eintritt... Zudem hatten zwei Tage zuvor die Doomfans das ganze Kanonebier vernichtet. Man tröstete sich mit Ammerndorfer666Hell. Und auch dieses Gebräu würde den nächsten Morgen nicht erleben. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Gegen 21.50 Uhr zischte jemand was Unaussprechliches ins Mikrophon - »With Hitlers Tongue« - und die Helden des Abends traten auf den Plan: MONOBREED aus Groß-Nürnberg. Monobreed kannte ich aus dem Netz. Hörproben versprachen Stoner Rock. Nicht den drückend-psychedelischen Stil von Kyuss, sondern vielmehr die heavy-rockige Version nach Nebula. Doch in echt kommt´s ja oft anders... Alf, Oli, Andi und Uwe grasten zwischen den Polen: Auf adrenalinstrotzende Heavypeitschen wie »Rotten« folgten Abstecher in grungigen Alternative Rock ( »Solar Eclipse« ) wie auch - Obacht! - zum meditativen Stonerdoom ( »Doombreaker« )! Womit Monobreed ein sehr buntes Kaleidoskop schufen. Mit einem Manko: dem für meinen Geschmack zu durchgeknallten und damit im Clinch mit den Tiefsequenzern liegenden Schreigesang. Und gleichwohl sich Monobreed für den ganz großen Trip öfter vom Gaspedal hin zum dunklen Blues hätten bewegen können (die sich manisch biegenden Saitenmänner hätten dies vermutlich gerne getan), so wußten sie doch dank der improvisierten Stonerwalze »Inside the Monster« einen veitstanzenden Langhaarigen im Staub vor der Bühne... Mit dem heutigen Auftritt kam der Abschied des Bassisten, der sich fortan einem Bibelstudium widmet. Und weil die ursprünglich angekündigten Kameraden aus dem Osten - EVIL - fehlten ( »Der polnischen Band, die hier spielen sollte, der haben sie das Auto geklaut.« ), durften die Franken gar sechzig Minuten lärmen. Der bissige Stonermetaller »The Taste of Turpentine« beendete die Darbietung. Monobreed waren nicht die erhofften Wüstensöhne von Kyuss. Aber es war schön. Schön wild und laut. Meine letzten Worte an Monobreed: Make weed, not speed! | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Frankfurts Irrenanstaltscombo A.O.K. hatte es Ende der Achtziger »Nothingcore« genannt - THE SOUND OF SWEETNESS aus Nürnberg betiteln sie knapp zwanzig Jahre später »Progressive Multicore«. Jene momentan hippe Psychomathcorelärmkunst, die sich jeglicher musikalischer Verknechtung entzieht. Geschrei, Gekotze und Gegrunze, Samples und Effekte; Saxophon, Flöte und Ziehharmonika; Schlagzeug und Perkussionen; E-Bass und Stromgitarre - dies sind die Instrumentarien, die bei den fünf kurisosen Figuren von SoS zum Einsatz kommen. »Nehmt bitte Eure Jacken weg, sonst kann unser Sänger nicht singen«, so um 23.20 Uhr der Aufruf, das am Bühnenrand drapierte Gestell (eine Art Computerrack) freizuräumen. Denn auf diesem würde sich der Fronter niederlassen, um fortan mit hochgelegten Beinen und extraordinärer Megapilotenbrille sonnenbebrillt eine Art weltentrückt-hypochondrische Sitzchose anzuzetteln. Es gab einen gleichsam coolen wie wüsten Wix aus rasendem Grindcore, derbem Hardcore, schrägem Freejazz, absurdem Splattertrash, Pornoheft, John Zorn und allerlei Chaos, Dada und Gaga. Zwischen Abstrusitäten wie »Duck of Death« und »Fucked Up in Paris« wurde orakelt, die Polen hätten sich das eigene Auto geklaut. Aber vielleicht sind sie ja auch den »Tod der Dixiklofliege« gestorben. Wer weiß das schon auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn? Halb eins haben sich Peanut und meine Wenigkeit ins nahe »Landbierparadies« ausgeklinkt. Onkel Boris wollte folgen, ist aber bis um drei in der Kaserne versumpft. Den Kater würden wir am nächsten Morgen im waldgrünen Tiergarten, zwischen gefangenen Übergangsmenschen, urzeitlichem Federvieh und einem kopulierenden Löwenpärchen vertreiben. Ein Süppchen aus Franken war auch im Spiel. Heiliger Vitus, 14. November 2006 (Fotos: Hl.Vitus) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Am Kunstvereinstresen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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SET MONOBREED 1. With Hitlers Tongue 2. Rotten 3. Hybernate 4. The Prissy Ogress 5. Emotional Ambush 6. The Impellar 7. Another Hole 8. Inside the Monster 9. XXX (Victory of Animosity) 10. Solar Eclipse 11. Doombreaker 12. The Burning Idle 13. The Taste of Turpentine | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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