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NOVEMBER´S DOOMSDAY III GORILLA MONSOON, MIRROR OF DECEPTION, OUR SURVIVAL DEPENDS ON US D-Langenzenn, Alte Post - 26. November 2005 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Sonnabend, 26. November Das Erwachen nach einer Kiste Bier... man hat noch geatmet.. rein reflektorisch... Um zehn funkte Kalle per Handy, daß wir runter zum Frühstück kommen sollten. Kalle saß allein da rum. Nach einer mühsam heruntergewürgten Semmel war Micha gleich wieder ins Bett verschwunden. Halb zwölf war es Zeit für einen Frühschoppen. Nach dem ersten Liter, und nachdem uns das Schankweib auf einer Leiter dralle Aussichten bescherte, konnte der Tag beginnen. Während sich Kalle und Micha unters Stadtleben auf dem Christkindlesmarkt mischten, zogen Peanut und ich die frische Luft unter dem stahlblauen Himmel des Zenntals vor. - Die Kameraden kehrten spät aus Nürnberg heim. Sie hatten in Fürth den Zug verpaßt und waren in einer Schwulenkneipe gelandet, in der Kalle um ein Haar Michas Hinterteil verkauft hätte. Dem war vor Schreck der auf dem Markt erstandene Engel zerbrochen, und Kalle hatte natürlich nur 1 (ein) Heißgetränk getrunken. Kalle war zu einem übelgelaunten, furzenden und rülpsenden Psycho mutiert, und uns die Stimmung vergiftet! Um acht floh ich mit Peanut zum Doomsday. Auf dem Weg zum Klub trafen wir auf Gorilla Monsoon. Deren allerersten Auftritt (Heavy Duty Dresden, 21. Juli 2001) hatte ich damals zufällig mitgefilmt, und die Kassette heute dem Gruppengründer Sandro mitgebracht. - Drin gab´s noch mehr Geschenke: Ich erfüllte mein Versprechen und drückte dem Heiland der Veranstaltung für die Verpflichtung von Our Survial Depends On Us einen Split-Kasten Bier in die Hand (die andere Hälfte sollte es im Folgejahr geben). Neben Schuch herrschten aber nur sibirische Weiten. Mit dreißig zahlenden Besuchern, den Musikern, der Gästeliste und dem Personal waren 70 Personen vor Ort. Darunter Mirror Of Deception. Und - geheimnisvoll vor der Bühne stehend - Osdou aus der Ostmark, für die ich den Kontakt hergestellt hatte! Ein knapper Gruß (soweit es das Kribbeln im Bauch, die Verlegenheit und die Sprachbarriere überhaupt hergaben), drei starke Gruppen - und in meinem Kopf ein Himmelfahrtskommando... | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Erst schlug der Sänger mehrere Kreuze, dann dröhnten minutenlang die Gitarren (ohne Hall), darauf rief eine gequälte Stimme »Armageddon inside. Your masterplan is a suicide pact«: Dies waren OUR SURVIVAL DEPENDS ON US. Hinter Osdou stecken Mucho, Thom, Ly und Mani, vier primitive Saubauern aus Salzburg, Austria. Und heute, Langenzenn, war deren Feuertaufe an der Front (die hatte ausgerechnet ich arrangiert). Der Sound läßt sich kaum in Worte fassen. Osdou waren die pure Spiritualität. Auf eine Art ist ihre Musik Sludge Doom, auf die andere Art sind diese Töne und deren nihilistische Natur viel zu schwer für eine Wiedergabe. Bei Osdou ist alles handgemacht. Die Leute verbinden minimale organische Mittel mit tiefer Leidenschaft und einmaligen Melodien und rumpeln damit alles in Grund und Boden. Links ein Knarzen, rechts ein Quietschen und mittendrin ein Bollern und zwei schreiende Stimmen. Und wie gesagt: alles ohne Hall! So wie man Osdou auf der Bühne erlebt sind sie auch auf Vinyl. Das Album 'Jumping Once Too Often Into The Ocean...' wurde im Proberaum und ohne jedes Hilfsmittel aufgenommen! Darin zeigt sich die wahre Größe einer Gruppe. Mit ihrem Auftakt »Cyclone« um 20.20 Uhr, hatten Osdou mich zu einer Beute des Wahnsinns gemacht. Fortan konnte man nur noch in tiefer Hingabe verschwinden. Was sich vorn ereignete, war Doom in Vollendung. Zelebriert von gestandenen Männer mit den ersten Falten im Gesicht: vom weltfernen Furchtlockenträger Mucho, seinem genialen Kontrapart, dem bierkutschenden Abstinenzler Thom, dem stillen Schlaks Mani und dem jüngst angelernten Hünen Ly (Ly war für den etatmäßigen Basser Ali eingesprungen, der mit Stygma IV in Köln auftrat). In der Kürze der Zeit - nur 14 Tage standen zur Verfügung - konnten Osdou nur vier Nummern einüben. Und so kam es, daß nach der Walze »Breathe« und 35 Minuten schon alles vorbei war. Doch diese halbe Stunde hat gereicht. Mit dem Erscheinen von Osdou ist im Doomladen nichts mehr wie zuvor! | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Osdou hatten meinen Seelenheilern MIRROR OF DECEPTION schon die Schau gestohlen, bevor die das Geviert enterten. Doch erstens ist deren Doom von grundverschiedener Natur (MOD gehen unorthodoxe Wege), und außerdem bringt Siffermann, Fopp, Taller und Müller so schnell nichts zu Fall. Hatten Mirror doch jüngst (am 7. Oktober) ihr 15jähriges Bestehen gefeiert. MOD sind die am längsten existierende Doomrotte Deutschlands! Und obgleich sich fünf Jahre nach dem Aus der Originalstimme noch immer die Geister an Siffis illusionslosem Organ scheiden, so sind Mirror das Kommen stets wert! Für Peanut und mich war Zenna der sechste Auftritt der Männer aus Stuttgart. 21.20 Uhr ergoß sich »Bleak« in den Raum. Mit ihm der erste der atmosphärisch so extrem dichten Weltschmerzteile. Düster, schwer und gleichsam verletzlich und träumerisch: so wie die ultimative Musik im naßkalten November sein muß. Mit Demut und Kniefall wurden auch die phantastischen Doomklumpen auf Deutsch, wie »Entgleiten« und »Weiss«, erlebt. Dazu der abartig geniale Doppelschlag aus dem »Ship of Fools« mit seinem fantasiereichen Trommelpart, und dem von Josefs wahnsinnigen Schreien unterlegten »Deception Island«. Einen Wermutstropfen lieferten am Ende einige Dorfpunker, die nach dem leicht verwässerten »Asylum« »Wir wollen pogen! Wir brauchen was zum Pogen!« skandierten. Aber heute war verflucht nochmal Doom-Tanz angesagt! Mit »Haunted« präsentierten Mirror einen erst kurz zuvor fertiggestellten, harten Groover und der Schwerblüter »Vanished« rundete eine mal wieder ergreifende Vorstellung der alten Eisen des Doom ab. Mit MOD ging auch Slayer, der am Vortag bei den Gotikmetallern Silence den Sechssaiter bedient hatte. Slayer ging mit dem Fazit »Doom ist die bessere Musik!« - Slayer ging und Boris von Versus The Stillborn-Minded kam. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Als Plattmacher fungierten wie im alten Jahr GORILLA MONSOON. GM machten dann auch gleich mal Probe, daß einem fast der Nischl abfiel. Zum Merken die Namen der Mitwirkenden: Jack Sabbath (Gesang und Gitarre), Phil (Gitarre), Chris (Bass), Drumster (Schlagzeug). 22.35 Uhr ging´s mit einer drückenden Einleitung und einer Brechstange namens »Down Song« ab. Obgleich Jack Sabbath heute mit einem knappen »Gruß an Langenzenn« Zurückhaltung übte: Peanut mag ihn nicht. Sie sagt, Sabbath sei wie ich, er lasse nur frauenfeindliche Sprüche ab. Nichts für Mädchen also, die Prohlis-Kinder (GM sind in der selben Platte aufgewachsen wie ich: in Dresden-Prohlis). Wurde der Abend bislang von mantrischen Emotionen beherrscht, so krallten sich einem nun Testosteron und Adrenalin in Reinform ins Kreuz. Jene von Gorilla Monsoon kreierte Mixtur aus heiser hallenden Vokalen, Doom und Stoner Metal, auch »Hellrock« betitelt! Der Namensgeber der im März erscheinenden Schallrille »Damage King« quälte sich aus den Boxen. Zäh und schleppend erst, sich dann bedrohlich aufrichtend, um schließlich in einem irren Sturm unterm Flackern der Stroboskope alles zu vernichten. So wie es alle Ausgeburten der Söhne King Kongs tun. Die »Death Revolution«, den »Codeine Commander« und die Nummer treu der Erkenntnis »Alles ist scheiße«, »Born to Late«,: Zenna kriegte sie alle. Sabbath hatte eine Warnung (oder Offerte, je nachdem): »Okay, es gehen Gerüchte, unser Schlagzeuger sei schwul. Derjenige, der sich auszieht, kann sich davon überzeugen!« Und trotz Sperrstunde durften die Dresdner noch zwei bringen: »War to the Whimps«, dazu ein »Brandneues, was nur ins Ooche geh´n kann« - was es auch prompt tat: Mit dem Ende quittierte Sabbath´ Tragegurt seinen Dienst, Thom und Mani von Osdou fummelten einen Behelf zurecht, und nach einer Stunde war der schwere Affe Gorilla Monsoon verreckt. Zum Ausklang läuteten wieder die »Glocken von Rom«. Post mortem und mit schwindeligem Schädel folgte dann noch Rumblödeln mit den Sachsen und ihrem Anführer Stalin. Ich werde es nicht vergessen: Um 1 Uhr redete Sabbath das allererste Wort mit mir - und gab sogar ein Bier aus. Ich hatte eine lange Unterhaltung mit Drumster. Wir sprachen über alles Mögliche in der Heimat. Sweet Jane machte die Runde, Fopp berauschte sich an Snus, und Osdou machten sich auf die Autobahn in Richtung Salzburg. Mucho warf uns zum Abschied ein charmantes »Jo leiwand« (zu Deutsch: Einfach großartig!) zu, und Gitarrenmann Thom hatte mir noch ein Präsent mitgebracht: eine liebevoll aufgemachte Schwarzschatulle mit Raritäten und einem signierten Bild von Osdou. Seine beiden Getränkemarken für Bier mußten natürlich auch noch eliminiert werden. Um 1.40 Uhr küßten Jack Sabbath und Heiliger Vitus sich zum Abschied auf die Wange. Sein Schmatzer war affengeil, dick, fett und feucht! Halb drei lagen wir in den Kisten. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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ABSPIELLISTE OUR SURVIVAL DEPENDS ON US 1. Enter the Eye of the Cyclone 2. Washing Hands in Innocence 3. A Stream that Wont Run Dry 4. Breathe ABSPIELLISTE MIRROR OF DECEPTION 1. Bleak 2. Entgleiten 3. The Ship of Fools 4. Deception Island 5. Instructable 6. Asylum 7. Weiss 8. Leaves 9. Haunted 10. Vanished ABSPIELLISTE GORILLA MONSOON 1. Intro 2. Down Song 3. Damage King 4. Neues 5. Law`n´Order 6. Death Revolution 7. Final Salvation 8. Neues 9. Codeine Commander 10. Born to Lose ****** 11. War to the Whimps 13. Neues | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Lost in Doom: Micha, Kalle, Vitus und Peanut | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Sonntag, 27. November Der Doom war vorüber. Ab um neun gab es im »Rangau« einen schönen 1.-Advents-Frühschoppen. Das blonde Schankweib bot ihrem »Süßen« an, sich für ihn wie am Vortag »auf die Leiter« zu stellen. Kalle verzichtete auf die erquickende Aussicht, wir tranken jeder noch ein paar Weissbiere, und Micha brachte uns zur Eisenbahn nach Siegelsdorf, wo sich die Wege nach der traditionellen Umarmung trennten. >> NOVEMBER´S DOOMSDAY III, Tag 1 << Heiliger Vitus, 30. November 2005 (Fotos: Hl.Vitus) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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