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FATAL SILENCE, INCOMING D-Dresden, Heavy Duty - 26. Juli 2003 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die unvergeßlichen Auftritte von Saint Vitus und Hidden Hand lagen hinter uns. Alles Sehnen galt nun der Heimat. Nichts wie ins liebliche Elbflorenz. Am 21. Juli verabschiedeten wir in Frankfurt »Wino«; am 22. betrat ich mit meinem Mädel den heiligen Boden von Dresden; am 23. stach uns Tätowierer »Witschas« das Vitus-´V` unter die Haut; und am 26. Juli gab es Death Thrash mit Fatal Silence in der Metal-Kolonie »Heavy Duty«. - Jenes steht in der Äußeren Neustadt, wo die Subkultur regiert und der Westen keinen Fuß auf den Boden kriegt. (Genauso wenig wie in Dresden. Dresden war und wird immer Weiss bleiben, wie es war von jeher!) Wie an den Vortagen, brannte auch am heutigen Sonnabend die Sonne gnadenlos vom Himmel und schuf Hundstage in Sachsen. Nachdem vor einem Jahr in Dresden Not durch Hochwasser herrschte - die Flut hatte den Pegel auf 9 ½ Meter getrieben und die Stadt zu einem Drittel überflutet - hatte der Sommer 2003 die Elbe zu einem Rinnsal von 80 Zentimetern ausgetrocknet. Nur das Schwarzbier floß in Strömen: Seit drei Tagen schiß ich schwarz. Um neun erreichten wir die dicken Mauern der Louisenstraße 28 - und bekamen die gleiche Schau wie immer geboten. Auf dem Bürgersteig philosophierte Chef Willi (wie stets in Disbelief-Hemd) mit den Metalheads; und drin, an der Bar, residierte Haus- und Hofdame Steffi. Doch - hey - ein neues Gesicht: auch der »Drumster« von Gorilla Monsoon zapft neuerdings das Zauberelixier. Sandro bat mich, den Veranstaltern des großen Doom Shall Rise sein starkes Interesse an einem Auftritt 2004 zu übermitteln. (Ist getan, ist getan.) Später gesellte sich »Psycho« Willi zu uns. Wir quatschten bei Krassmucke von Warpath und bekamen die Info, daß die Vorgruppe sich auf der Straße soeben »Incoming« getauft hatten. Ein steiler Zahn mit sündigsüßen Doppel Ds quetschte sich zwischen uns und ´nem Burschen mit Hemdaufdruck »Suck and Swallow« durch, und nach zwei Litern schwarzer Kunst aus Sachsen ging´s los. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| INCOMING aus Dresden machten den Aufreißer. Punkt 22.18 Uhr. Vor 80 Kunden drin, und 80 auf der Straße. Incoming hatten nur Geklautes mitgebracht. Doch Obacht: Hier waren weder Diebe noch Anfänger am Werk. Incoming waren mit zwei Sängern, zwei Gitarristen, Bassist und Trommler als eine kleine Legion erschienen! Und diese sechs wuchteten sich mit donnernden Bässen überaus passabel durch die alten Gefilde des Thrash Metal: von Sepultura ( »Chaos A.D.« und »Roots« ) bis hin zu einer von sphärischen Echos eingeleiteten Version von Slayers »Raining Blood«. Welche schon die erste Zugabe war. Zwischendurch prügelten die Lokalmatadoren immer wieder Fatal-Silence-Zitate ins naßgeschwitzte Publikum. Ausschließlich von denen, darauf hatten sie sich geeinigt. Der mehrstimmige Gesang sorgte für wechselnde Kicks hinterm Mikro: mal war es einer der hardcorig röchelnden Glatzen, mal der etwas selbstverliebt wirkende, aber überaus begabte Dio-Anbeter. Incoming befanden: »Es war sooo schön, doch die Zeit ist vorbei.« Und man kann die Bengel auch mieten. Sie trinken auch nicht viel (zumindest die Hälfte). »Okay, wollt ihr noch eins, noch zwei?«, dies der Wink für eine dritte Halbzeit. »Tormentor« war die erste, »Carthasis« von Anthrax die zweite Verlängerung. Eine Dreiviertelstunde hatten Incoming ehrlichen Metal ins Volk transportiert: nicht übel für jemand, der sich noch Minuten zuvor ´nen Gruppennamen ausdenken mußte. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Und dann sah ich die erste Metalgruppe meines Geburtsorts, des im Schatten des Windbergs gelegenen Stahlschmiedestädtchens Freital: die Deaththrasher FATAL SILENCE. Erstmals schon anno 1993 die Gitarren unter Strom gesetzt, stellte sich die Kraft nach einigen Besetzungswechseln heute durch »KUV« Viehrig, Rod, Ziegler und György auf. Mit einer tierisch finstren Einleitung ging das um 23.40 Uhr los ... und ab den ersten Mörderakkorden zu »Agony of Earth« wurde nur noch gebangt und getobt. Im Zentrum der Gluthöhle, direkt vor der ebenerdigen Bühne standen die Langhaarigen - mittendrin: der sich zwischen verrotteten Obituary, Gorefest und Morgoth bewegende Berserker KUV. Ultrabrutale Riffgewitter und brachiale Bässe hämmerten fortan durch die Endstufen. Dazu röchelte KUV wie unter einer ganz üblen Teufelsaustreibung. Ganz ohne Hilfsmittelchen! Nach einer Ode an Gorefest mit »Goddess in Black« jagten Fatal einen der rostigsten Haßbolzen durchs HD: die »Lost Years«. Dem neuen Schlagzeuger gebührte das Stück darauf: »I Harvest«. »Prison of Darkness« war dann wieder ein rigoroser Wirbelsprenger. Und dabei war keins der Teile war einfach nur schnell und stumpf heruntergeholzt. Nein, alle waren sie auch von ruhigeren Splittern durchsetzt. So wie »Solitude«: intensiv, fast melodiös beginnend - und in einer rasenden Apokalypse endend. Egal ob »Bridge to Life« oder »Called John Doe«: KUV riffte und brüllte sich mit klitschnasser Mähne bis zur totalen Verausgabung die Seele aus dem Leib. Und die Hitze ließ die Luft nur so brennen. Das Volk stand im Schweiß - Fatal Silence knietief im Metal. Und Dresden feierte Freital gnadenlos ab. Bis zum Ende. Halb eins - nach dem Niedergang von »An Unforgotten Night« - war abrupt Sense. Die Zugaberufe und der Befehl »Großer, schwing dein Arsch hier runter!« blieben unerfüllt. »´S Pädal is kabudd, hat keen Sinn«, dies die traurige Erklärung vom Großen. Der geplante Joker, Metallicas »And Justice for All«, wurde ein Opfer der Technik. Schade. Freital und Fatal Silence waren zum Sterben groß. THRASH ´TIL DEATH!!! Die Metalfete ging weiter ihren Gang. Die HD-Crew schob Thrash aus der Eisenzeit in den Tonschacht, und nicht nur Exodus´ »Bonded by Blood« und Metallicas »Kill ´em All« sollten mein Genick noch gehörig strapazieren. Gegen drei war ich groggy. Wie durch ein Wunder kam auch gleich eine »Linie 6« nach Blasewitz. Schwarz ohne Fahrschein, mit schwarzem Bier im Blut ging´s bettwärts durch Dresdens schwarze Nacht. Am Morgen danach wurden wir von unserem Gastgeber mit dem Schlachtruf der FDJ - »Froindschaft!« - begrüßt. Heiliger Vitus, im Juli 2003 (Fotos: Vitus) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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ABSPIELLISTE FATAL SILENCE 1. Intro 2. Agony of Earth 3. Mirror 4. Goddess in Black (Gorefest) 5. The Lost Years 6. I Harvest 7. Prison of Darkness 8. Solitude 9. Bridge to Life 10. The Word to Sunday 11. Called John Doe 12. An Unforgetten Night ****** | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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