In jene Nacht zurückversetzt,
sah ich die Bomben fallen,
die meine Stadt in Trümmer warf
und mein Leben sprach zu verhallen.
Ich spüre wie der Boden bebt,
es ist so heiß, alles nun voll Flammen steht
Schreie so qualvoll von Schmerzen und Leid
Wie es heute keiner mehr weiß
Niemals werde ich vergessen,
niemals mein Geist wieder ruhen
Ich habe überlebt aber meine Welt ist gestorben.
Bis an mein Ende, was nun bald erreicht,
gibt es kein Verzeihen,
haltlos die Flammen in mir brennen
(Deadwood - Dresden)
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Am 13. Februar 1945, einem Faschingsdienstag, heulten um 21.45 Uhr in Dresden die Sirenen. Um 22.03 Uhr leuchteten Flieger der britischen Royal Air Force die nachtklare Innenstadt mit »Christbäumen« aus; zwei Minuten später fielen im Ostragehege die ersten Markierungsbomben; 22.11 Uhr gab der Masterbomber das Signal zum Angriff. Ab 22.13 Uhr warfen 244 Lancaster- und 9 Mosquito-Bomberpiloten für die Dauer von 24 Minuten 900 Tonnen Spreng- und Brandbomben auf den westlichen Stadtkern. Der Opa und die Mutter haben das alles mit angesehen.
 
In der Nacht zum 14. Februar 1945, um 1.23 Uhr, kamen die Britenbomber wieder. Diesmal doppelt soviele: ein Geschwader aus 529 Fliegern mit 650 000 Brandbomben (1500 Tonnen) an Bord. Phosphor und Brandgel wurden abgeregnet. Die 31 Minuten währende zweite Angriffswelle löste in der wehrlosen Stadt einen alles vernichtenden Feuersturm aus. Dresden brannte auf 15 Quadratkilometern. Der vom Widerschein der Flammen gerötete Himmel war noch im 600 Kilometer entfernten Budweis zu sehen. In den Mittagsstunden, ab 12.17 Uhr, bombardierten 311 B-24 der United States Army Air Forces die in Trümmern liegende alte Stadt mit 136 800 Brand- und 1800 Sprengbomben.
 
Am 15. Februar 1945 wurde erneut Alarm ausgelöst. Ab 11.51 Uhr erfolgte der nächste Angriff durch Terrorflieger. Wieder die US-Luftwaffe. Nach dem Abwurf weiterer 3700 Sprengbomben (460 Tonnen) war die Zerstörung vollständig. Im Elbtal Fliehende wurden von amerikanischen Tieffliegerstaffeln niedergemetzelt.
 
Dresden brannte vier Tage und Nächte. Als sich die Rauchschwaden über den ausgeglühten Ruinen verzogen hatten, war das Antlitz der Stadt von Grund aus verwandelt. Geist und Kultur und Erinnerungen waren vernichtet. Unzählige Menschen hatten ihr ein und alles verloren. Die Zahl der Opfer bleibt ungewiß, da sich hunderttausende Flüchtlinge aus den Ostgebieten in Dresden aufhielten. Erste Schätzungen von 350 000 Toten wurden später auf 35 000 festgelegt.
 
Jährlich am 13. Februar werden in Dresden für die Dauer einer Viertelstunde alle Glocken geläutet.
 
(Die Zusammenstellung der Lichtbilder aus der auferstandenen Heimat besorgte Vitus in den Jahren 2003 bis 2005.)