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DISBELIEF, SLEEPING GODS, SMIRNOFF D-Dresden, Scheune - 8. Mai 2002 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Heimaturlaub im grünwuchernden Mai von Dresden! Und zu aller Freude auch noch ein Konzert im Herz der Independenz, in der »Scheune«: Kann es etwas Schönres geben? Das Konsortium alias Heavy Duty Dresden darf in der berühmten Adresse in der Alaunstraße jährlich zwei Konzerte ausrichten. 2002 war es das »Erscheinungsfest« (ein Kreuzzug durch den Rock), und ein Extrem-Metal-Konzert mit Disbelief im Mai. Weil ich ein wenig hochtourigen Kräutersaft aus dem Osterzgebirge konsumiert hatte, mußte ich zur Strafe ohne mein Mädel, allein ins Szeneviertel Neustadt ziehen. Um neun war der ockerfarbene Hochbunker erreicht, ich stieg treppauf und - hey-ho - nach meinem Besuch im letzten Jahr wurde hier eine schicke Bar installiert. Ja, und im dunklen Inneren traf ich unter 180 Death-Metal-Anhängern - wie von einem Magneten angezogen - auf meinen Kumpel Falkone. Mensch, hab ich mich gefreut, »derheeme« zu sein. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| SMIRNOFF hatten sich schon auf ihren Weg in die Ewigkeit gemacht. Drei unbekannte Wesen, Todesschwadronen aus dem Thüringer Untergrund: Ronny, Mathias und Stefan! Und die bliesen den anfangs lahmen Sachsen einen schneidenden Death- und Grind-Blizzard um die Schädel. Mit dem Ableben der ersten Generation des Death Metal hatte ich der Szene den Rücken gekehrt. Was in dieser Stilart ab den Neunzigern folgte, war nur ein Abklatsch der alten Helden aus Skandinavien und Amerika. Ich wandt mich vom rasenden Death ab - und fand den minimalistischen Doom wieder. Seither dreht sich mein Leben nur noch um Doom. Doch ich respektiere die Deather nach wie vor, die Musik muß nur ehrlich sein. Und Geschwader Smirnoff waren es! Da war ´ne authentische Knüppelkapelle am Werk. Vehement-räudige Schädelspalter wie »Earthquake«, »Braindead«, Inhuman Torture« oder Warriors of Metal« stießen mit Karacho in die Magengrube, und liessen das Mark erzittern wie das klare russische Wässerchen! Auf dem Podium rotierten windenmühlengleich die langen Haare. Schweiß floß. Es war ein bißchen wie früher. Smirnoff weckten Erinnerungen an unbehauenes Sodom-Gemetzel der ersten Stunde. Ihr hochprozentiger Einstand 'The Voice Of Your Lord' sei jedem Deather ans Herz gelegt! Smirnoff waren mehr als ein Wodka und sind definitiv nichts für Kindsmetaller! In meinen Augen waren die Thüringer die Sieger der Nacht. Die Fahne des Todesmetall, sie weht wieder! Hail to Death Metal! | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die schwarzgeklufteten SLEEPING GODS aus Kassel traten ins Licht. Auch von denen hatte ich nie zuvor gehört. Zum Einstieg steckten zwei Kniefälle vor alten Lichtgestalten das Revier grob ab: zum einen »Ace of Spades« von Motörhead, zum anderen Celtic Frosts »Morbid Tales«. Metal der alten Schule also, sowie technischer, nach vorne gehender Death Thrash waren angesagt. Aber auch mit gruftigem Gotenstahl flirteten die vier »Schlafenden Götter«. Mit jener Kreuzung aus Dark- und New Wave. Ihr Schwingungsbereich lag also zwischen hart und zart. »Away« kam packend und absolut genial daher, ein Stück mit Ohrwurmcharakter! Und gelegentlich wurde gar gedoomt. Und genau darin könnte die Zukunft der Nordhessen liegen! In der Pause enterte ich mit Falkone die Bar. Der orderte »Cider«. Cider - Gebraü aus Äpfeln? Ja! Nach seiner Visite in Frankfurt vor Halbjahresfrist, schloß Falkone Frieden mit dem »Ebbelwei«. Er verlor einige Pfunde und schwört nun auf Hessens Nationalgetränk aus gepresstem Vitamin C (die Scheune schenkt Strongbow aus). | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Ciders und Biers später, ging mit DISBELIEF eine zweite Formation aus Hessen ans Werk. Mit 'Worst Enemy' hatten die Extreme Metaller aus der Dieburger Mark eine neue Waffe im Sturmgepäck. Die Meute drängte nun mit Macht vor zum Gefechtsstand. Ich selbst bewegte mich vorm Mischpult beim »Langen«. Disbelief kannte ich von zwei Auftritten in Offenbach und Frankfurt. Und der Lange ist der größte Disbelief-Anhänger unter der Sonne (und nebenbei noch mein ferner Schwager). Er stand also an den Reglern: oberkörperfrei, schweißüberströmt und schuftend wie ein Berserker. Fiese, rohe und rasendböse Maschinengewehrsalven zu Beginn rissen auch mich zum Mähneschütteln hin. Ein Hauch exhumierter Helden wie von Death, Bolt Thrower, Unleashed und Obituary zog durch die Scheune. Doch wie vor einem Vierteljahr in der Batschkapp, versank das Quintett um den frontenden Waldschrat »Jagger« zusehends in neumodisch groovendem, gesichtslos knurrigem Ami-Death, der überhaupt nicht an mich rangeht. Disbelief sind millionenenmal geiler als all die Pseudopostpunkschrammelpunknrollpussies, doch ich fand auch beim dritten Anlauf keinen Zugang zur Gruppe. Vielleicht bin ich auch zu engstirnig oder zu alt für diesen Stil. Oder mir fehlt schlicht der »Unglaube«. Fazit zu Disbelief: Steigerung gegenüber Frankfurt, ganz nett, mehr leider nicht... See you in hell! Nichtsdestotrotz brannte sich die Nacht in meine Erinnerungen. Zauberelixier an der Scheune-Bar in Gesellschaft von Falkone, Willi, Steffi und dem »Langen« habe ich nicht alle Tage. Seelisch runderneuert marschierte ich nachts halb 3 im fahlen Mondlicht von Prohlis über Dresden´s schwarze Felder heim in den Lockwitzgrund. Nachhall: Das Konzert mündete in einer Fete im Metalschuppen Heavy Duty. Die Musiker von Disbelief gaben sich die Ehre, und die Sause endete erst in den frühen Morgenstunden. Der »Lange« folgte seinen Helden Disbelief nach Hamburg, und ich lag am Morgen im Schatten meiner blonden Sonne...... Heiliger Vitus, im Mai 2002 (Lichtbilder: Hl.Vitus) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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