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DECEMBER´S DOOMSDAY IV BEEHOOVER, LOW MAN´S TUNE, BLACK SHAPE OF NEXUS, EARTH FLIGHT, CONDEMNED TO SUFFER D-Langenzenn, Alte Post - 16. Dezember 2006 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Doom Over Zenna - Kapitel IV. Dieses Jahr kalenderbedingt nicht unter NOVEMBER´S- sondern DECEMBER´S DOOMSDAY firmierend. Die Abwesenheit des Organisationsleiters - Herr Schuch weilte in Namibia - und die Konkurrenz im nahen Nürnberg waren schuld. 1. am neuen Termin nah der Wintersonnenwende. Und 2., daß der Doomsday wegen eines zu knappen Vorlaufs von zwei auf einem Tag verkürzt wurde. Und da noch immer die mysteriöse Auflage existiert, wonach um 23 Uhr Schluß sein muß - die geldgebende Kirche paranoiert schwarze Messen im Doom -, war auch die Anzahl der Gruppen begrenzt. Das Konzertbüro »Alte Post« und der Veranstalter einigten sich auf fünf (womit u.a. Golden Gorilla eine Absage erteilt werden mußte, der Slot war voll). Freitag, 15. Dezember Wie immer hatte ich mich mit Doomsday-Gängerin Peanut schon am Vortag nach Langenzenn aufgemacht. Und wie immer war die Anreise dank »Deutsche Bahn« zu einer regelrechten Irrfahrt ausgeartet. Ein auf Anreise zum »Christkindlesmarkt« befindlicher Fußballverein hatte die Zeit mit einer Sauffete im Bordbistro halbwegs ertragbar gemacht. Trinken hilft zudem beim Vergessen. Nach vier Stunden waren die 180 Kilometer von Frankfurt nach Langenzenn überbrückt. Die Ankunft? Naja... wir haben in der Schänke vom »Rangau« bis in die Puppen weitergemacht. Sonnabend, 16. Dezember Gegen das Kreuzfeuer im Kopf half nur Weizen vom Faß. Halb zwei traf unser Doomkumpel Kalle aus Genthin ein. Allein. Mitstreiter Micha war zum Abfaller konvertiert. 14.20 Uhr schrillte das Funktelefon. Holger von Low Man´s Tune war dran. Um zu informieren, daß die Band zwischen Hertha- und Eintracht-Anhängern auf der Autobahn vor Potsdam im Stau stünde. LMT würden aber in jedem Falle kommen... In einem Befinden zwischen Noch-Immer-Gestromt- und Schon-Wieder-Warmgegroovtsein schafften wir uns dann zur nahen Alten Post hin... in der wir um 18 Uhr bei zehn Euro einschlugen - und in der uns russische Weiten erwarteten. - Fünf, sechs persönliche Begegnungen (die letzte vor sechs Wochen), ungezählte digitale Briefe und ein persönliches Päckchen mit einer Vorab-Promo-CD (inklusive dem satanischen Titel »Volando«): All das konnte nicht verhindern, daß ich im mageren Rahmen von zwanzig Leuten Earth-Flight-Schlagzeuger Sebastian nicht erkannte. Sorry, Excoriate!... | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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SET CTS 1. My Dream 2. The Lonely Night 3. Rattle of a Worm 4. Questions 5. Ignore | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Der straffe Zeitplan (Beginn 18.30 Uhr, 45 Minuten Auftritt, 15 Minuten Umbau) war bereits um 25 Minuten überschritten, als CONDEMNED TO SUFFER endlich aus dem Knick kamen und mit »My Dream« den Start vollzogen. Einerseits hatte man auf Nachzügler gehofft. Zum anderen war der Frontmann auf einer Messe festgehalten worden, und es brauchte eine Weile, sich aus der maßgeschneiderten Zwangsjacke zu schälen und in den Doom zu stürzen. Denkbar miserable Voraussetzungen also für das Death-Doom-Kommando aus Langenzenn. Für Sänger Schuch, Bassist Barney, Trommler Käfer und die mit einem neuen Saitensatz ausgerüsteten Gitarristen Regine und Jochen, war es ein Kaltstart vor einer Geisterkulisse. Aber Doomer sterben langsam! Aus dichtem Nebel brach dann ab 18.55 Uhr eine Ragnarök aus bösartigen, unbehaglichen Grunzlauten und morbid rumpelnden Instrumentarien los. Das war Doom! Und fortan konnte mich auch ein Warnhinweis wie der des neuen Metal Hammer, wonach der Gitarrist von Evanescence nach jahrelangem Headbanging ein Blutgerinnsel mit nachfolgendem Schlaganfall erlitten hatte, nicht schrecken: Ab sofort mußte der Schädel rotiert werden. Wenn auch etwas steif (warum es die Männer und Frauen mit ihren langen Mähnen mir nicht gleichtaten, ist ein Rätsel), so war die Schau von Condemned doch überaus faszinierend. Das von Tobi wegen seiner komplizierten Atemtechnik so schwer herauszukotzende »Ignore« (zugleich sein Favorit), setzte den Schlußpunkt unter 45 sehr heftige Minuten. Planmäßig wäre es halb acht mit Earth Flight weitergangen. Indes ein Mitglied fehlte. Lag es 2004 am Trommler, so war es diesmal der Sänger, der in Nürnberg verloren ging. Kurz vor acht war dann im Saal die Entwarnung zu vernehmen: »Die Gruppe ist komplett!« | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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SET EARTH FLIGHT 1. Another Day 2. Ain´t My Deal 3. Night Flight 4. Till I Lie Below 5. My Sun 6. A Romance of Souls ****** 7. Running | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| »Wir wünschen einen guten Abend! Wir sind EARTH FLIGHT aus Nürnberg«, so der nette Gruß um 20.05 Uhr durch die wiederaufgetauchte Diva hinterm Mikro. Auch für Earth Flight war dies ein nicht gewöhnlicher Auftritt. Stiegen sie doch ohne Probe und mit Nothelfer aufs Geviert. Für den auf einem Selbsterfahrungstrip in Peru weilenden Martin bediente heute Benni von den Alternativmetallern Oceanic den Baß. Der Rest war bekannt: Andreas (Gitter), Sebastian (Stöcke) und Tobias (Timbre). Mit Earth Flight ging´s ab in die 70er Jahre, in die Urversion der harten Gitarren. Zenna verschwand guckend und genießend in Psych und leidenschaftlichem Gänseblümchendoom, der durch die aktuell umwerfendste Stimme im Doom verfeinert wird, in »Monumental Music« wie Earth Flight sie selber nennt. In einem raffinierten Epos superschöner Melodien mit der Perle »Night Flight« als Krönung. Mangels Zeit galt es schon recht bald zu überlegen, welches Stück am Ende stehen würde. »Ein dreistündiger Faust? Aber der wäre etwas zu progressiv«, so Tobias´ ironische Idee. Also stellte der erstmal lobend seinen Taktgeber vor: »Sebastian am Schlagzeug«... während Kalle das für seine Position spontan selbst übernahm: »Kalle am Bier«... Earth Flight ließen die »Romance of Souls« folgen und durften die erste und einzige Zugabe überhaupt spielen - vom neuen Album, den ohrwurmschweren Heavyrocker »Running«. Wenngleich zuweilen etwas zu aufwendig und filigran und nur im Geiste »Doom«, so sind Earth Flight im dritten Jahr ihres Daseins bereits eine wahnsinnig professionelle Formation. Und, Earth Flight: Wenngleich auch ich nicht der offizielle Kirchenjesus bin -: euer Vokalist gehört in die Valhalla des Doom! Die dunkelbunte Schau von Earth Flight hatte mit 60 Leuten den größten Zuspruch. Sie währte 47 Minuten. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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SET B.SON 1. IV 2. III 3. V 4. VI | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Von einem Extrem ins andere. Den Hippies folgte »eine Maschine, die Faschisten tötet«! Ab 21.25 Uhr startete das noch weitgehend unbekannte, aber brutalste Kommando der Nacht seinen Auftritt: die BLACK SHAPE OF NEXUS aus Mannheim. Geb, Bergweiler, Bernhardt, Hauser und Wolf, so heißen die Urheber hinter diesem von Earth und Sunn beeinflußten Ungetüm aus Drone und Sludge. Ein Ultrabüffel setzte sich nun in Bewegung. Aus den Lautsprechern donnerten Todeskapseln mit unaussprechlichen Titeln wie »IV«, »III«, »V« und »VI« auf die Meute danieder, ein überwältigendes Geflecht aus tiefsten Doomriffs, aus Echomaschinen und sporadisch gesetztem, frostig-kalten Gekeif. Es gab ein Maximum an doomig-subtiler Katharsis. Der radikale Kurswandel an der Front zog auch einen rollierenden Wandel im Publikum nach sich. Unter schwarzen Kapuzenpullis steckende Dorfpunker hatten die Bluesrocker und grauen Panther der Vorgruppen verjagt. Und vorne - im faszinierenden Inferno aus Slowbangern, da stach einer ganz besonders heraus: der unter ekstatischen Verrenkungen tonnenweise positive Energie verströmende Gitarrenmann Geb. Wer in diesen Momenten nicht in Veitstanz fiel, war kein echter Doomer! B.Son waren abartig intensiv. Sie doomten die erlaubte Dreiviertelstunde und meine Doomkumpeline erhob sie zur besten Gruppe des Doomsday 2006. Ein neuer Stern war geboren!! Ein Mitglied vom Deathampdrone Orkestar betrat die Szenerie - schwarz vermummt und sich mir zum Gruße symbolisch die Schrotflinte in den Mund steckend. (Wir werden im Sommer 2007 nach Kanada fliegen und dort von der berühmten Brücke von Toronto springen. Der Fall wird auf Lichtbilder gebannt und erscheint auf einer Plattenhülle.) Bis dahin zog mir der Schankbursche erstmal ein »Bier von rechts unten«... | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Kaltstart um 22.35 Uhr für die Sludgecoreler LOW MAN´S TUNE. Kaltstart und Blitzkrieg in einem. Denn Holger, Rene, Patte und Alex fackelten von der ersten Sekunde an ein Kreuzfeuer ab. Ein finster prasselndes Feuerwerk für alle Nichtzufriedenen, Verstoßenen, Entmündigten, Entrechteten und An-den-Rand-Gedrückten. Wuchtig peitschende Trossen, ein bleiernes Schlagwerk und intensive, von verschlüsselter Systemschelte durchsetzte Todesgrowls, ergaben ein sehr unbequemes Gemisch. LMT sind keine Filigranen, keine Virtuosen, nein, hier sind´s die Gedanken, das Authentische, das einem tief ins Herz sticht. Besonders wenn man in der DDR die selbe Heimat hatte, im selben Land herangewachsen ist, und die Verarschung, die Lügen und den Volksbetrug um den Mauerfall in der Bunteschaferepublik Deutschland mitkriegt. Fünf Jahre nach seiner Veröffentlichung ist 'Solitunes' aktueller als je zuvor. Und wie in schicksalshafter Verbundenheit trugen zwei der Lowmangenossen - rein zufällig - wie ich ein Hemd der Nihilistischen Terror Fraktion EyeHateGod. Ich sag nur: radikale Gefühle am Anschlag! Doch dann der Schock: Nach 20 Minuten stürmte der Ausrichter die Rampe um die Stimmung zu vermiesen. Nur einen Gnadenschuß durften LMT noch abfeuern. Es war das mehr denn je versludgete »School«, das sie dem Ausrichter und mir als Rekrutierendem widmeten. Das stärkste Teil - »All Cometh Down« - mußte weichen, der Auftritt der fürs Benzingeld aus dem Brandenburger Land Angerückten (die ursprünglich sogar als Hauptgruppe vorgesehen waren!), war auf läppische 30 Minuten begrenzt worden. Ein Unding! Ab sofort werden Christen gejagt! Doom über Zenna! »Old school / New school / Ain´t seen no school / Together only stand / Divided bein´ fooled«: Ostdeutschlands beste Sludge-Staffel hinterließ verbrannte Erde. Derweil das rostige Eisen Kalle von zwei minderjährigen, wildfremdem Mädchen becirct wurde (sie verfolgten ihn später bis vors Hotel), betätigte ich mich als Bühnenarbeiter und trug die Gitarre von Low Man´s Tune zu deren Gefährt. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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SET BEEHOOVER 1. Yellow Mile 2. Paraffin Oiler 3. The Foul-Smelling Wheel Called Downhill 4. The Hospice Inn 5. The Sun Behind the Dustbin 6. Erebus 7. Damn You, Charlie Brown | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Den Showdown bestritten ab 23.20 Uhr die zwei Kunstwerker von BEEHOOVER aus dem Stuttgarter Vorort Esslingen. Noch draußen vor der Halle, im Gespräch mit den unverzüglich abreisenden Low Man´s Tune, entging mir die »Yellow Mile«. Wieder im Saal aufgeschlagen, erwartete mich das gleiche Schauspiel wie vor Halbjahresfrist beim Doom Shall Rise: Beehoover brauchen nicht mehr als einen Holzschemel, einen E-Bass, eine Batterie Wah-Wah-Pedale, ein Schlagzeug und zwei kräftige Wolfsstimmen, um das Volk zu ergötzen. Mit ihrem planetenweit absolut einzigartigen Gemisch aus waberndem Stoner Rock, rebellischem Folk, experimentell abgedrehtem Prog, einem Hauch endzeitlicher Doomattitüde und mysteriös bis surreal und manchmal auch halsbrecherisch schnellen, zauberischen Melodien ist das Tandem Petersen und Hamisch ein absoluter Leckerbissen für alle Anhänger reifer, anspruchsvoller bis mild verkopfter Tonfarben... Um 23.55 war der hochdrehend-hypnotische Bienenstaubsauger verstummt und der Doomsday zu Zenna Geschichte. Im Abgang wechselte ich noch paar Worte mit einem langhaarigen Doomlunatic der ersten Stunde: mit Kurt Winter. Sonntag, 17. Dezember Der Schlußtag startete mit einem Weizenfrühstück und Kalle kutschierte uns im Hundefänger zum Bahnhof Siegelsdorf. Die Eisenbahn bestiegen, erwartete uns dort eine Blasbrigade Schwulenschampus- und Feiglingswodka abschüttender Ritzen, die in Endlosschleife das Zwergenlied »7 Zwerge« trällerten ( »Ein Zwerg ist größer als man glaubt, ein Zwerg das Größte überhaupt, ein Zwerg sieht das, was du nicht siehst, ein Zwerg findet Schneewittchen süß...« ). Wir haben Frankfurt durchzecht erreicht... und am Abend gleich noch ein Stoner-Rock-Konzert drangehängt. Der Rapport dazu steht hier: ...... Dead Pony Die Tage waren kurz, die Nächte lang. Mittwinter eben! Salutionen an Low Man´s Tune, an Seb, Geb, Kalle und Torsten. Keine Salutionen an das Böhse Kind Micha und die rigide Obrigkeit der Postheiligen. Hail Luzifer! ((((((Heiliger Vitus)))))), 23. Dezember 2006 (Fotos: Hl.Vitus, nachbearbeitet durch Black Blood / www.doomedsouls.de.tp) >> Fotogalerie DOOMED SOULS zum mageren Rahmen von 20 Leuten | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Post-Impression | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Doomsday 2007? | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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