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BENEDICTION, HOLY MOSES, NOMINON, DESILENCE Berlin, SO36 - 29. September 2008 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Spreeathen. Weltstadt zwischen Prunk und Punk. Hauptstadt der Tölenscheiße und der Subkulturellen. Zig Klubs gibt es hier. Aber nur ein Ereignis, welches einen Besuch in den Tagen des Berlin Marathons lohnte: das Metal-Konzert mit Benediction und Holy Moses im legendären »SO36« in »Klein-Ankara« Kreuzberg. Kurz nach acht hatte ich mich mit Marathonkumpeline Peanut zur traditionsreichen Konzerthalle am Heinrichsplatz durchgeschlagen. So abstoßend der Empfang (Regen), so sündhaft das Eintrittsgeld (18 Piepen), und so lieblos die Aufmachung (keine Eintrittskarte, kein Flieger - nichts; statt dessen eine Leibesvisitation). Und das nennt sich Widerstandsnest... In Erwartung einer miesen Besuchzahl hatten die Betreiber den Saal dann auch in der Mitte abgetrennt, sodaß für maximal 400 Leute Platz war. 80 Gören, Buben und Sabina-Anfleherinnen in Schwarz sollten sich letztlich in der langen, schwarzen Röhre verlieren... | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Als wir die Szenerie betraten, ließ die unerwartete Destruction Crew DESILENCE aus Berlin gerade ihre vierte Abrißbirne kreisen, die »Worst Mood«. Desilence bewegten sich in einer Grauzone aus Speed Metal, Thrash Metal und Melodic Death. Melodischer, von gelegentlich bizarrem Kastratengeschrei durchsetzter Gesang, vermischte sich mit schnell gespielten Stromgitarren. Wie alle noch folgenden Gruppen des Abends, operierten Desilence mit fünf Leuten, die nebenbei noch bei Holy Moses und Dew-Scented aktiv sind, und die sich in meinen Augen allzu schwer auf die eigenen Instrumente konzentrieren mußten. Es wirkte alles noch ein wenig unfertig, ein wenig gekünstelt. Zudem war der Gitarrensound einfach zu silencio, zu blechern ausgesteuert. Die Quinte aus Preußen riffte blitzschnell und war mit dem letzten Ritt, »Last Ride«, auch biltzschnell Geschichte (nach 26 Minuten). | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Von einem ganz anderen Kaliber zeigten sich die alten, noch aus dem Black-Metal-Underground stammenden, Schweden von NOMINON. Angetrieben von luziferischen Huldigungen, grellflackernden Scheinwerfern, tiefraserischen Stahlsaiten und gutturalem Geröchel waren Danne, Juha, Christian, Anders und Perra mit ihrer Metalkluft und ihren arschlangen Mähnen (die sie ohne Unterlaß wild durchbangten) nicht nur stilistisch sondern auch rein optisch beeindruckend. Nominon zählen - wenngleich sich hin und wieder gedrosselte Parts aus dem Doom/Death einschlichen - ganz klar in die Schublade Death Metal! »Are you ready for some Swedish Old School Death Metal?«, wie es deren Fronter vor der zweiten Nummer mit dem schwarzen Titel »Among the Beast and Ancient Slumber« präzisierte. Zwar vermochten Nominon das Deathbanger-Volk komplett zu mobilisieren und vor die Bühne ziehen, doch waren die Barrieren auch vor den »Hordes of Flies« noch lange nicht gebrochen. Weshalb Danne in der Folge ein wenig angefressen befohl: »Come closer, this is not a church meeting!« Leider flachten die Nordmänner zum Schluß hin etwas ab, weshalb dem deathmetallischen Blitzfeldzug das finale »Hail!« etwas verwehrt blieb. Nominon deathten eine halbe Stunde und lieferten eine tolle Vorarbeit für Benediction. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Lee Perrys rauchkräuterschwer aus den Boxen waberndes Reggae-Intro »Holy Moses« bedeutete den großen Augenblick. Schlag 22:00 war es Zeit für ein Relikt aus den geilen Metal-Endachtzigern, Zeit für die Thrash-Metal-Vorreiter HOLY MOSES. Moses waren gekommen, Teile ihres neuen Langeisens - dem nunmehr elften! - 'Agony Of Death' (was im Medizinischen sowas wie »Todeskampf« bedeutet) zu kredenzen. Zum zigsten Male totgesagt, wiederbelebt, geschieden und nach Durchlauf von zirka zwei Dutzend Söldnern neubesetzt, wurde Frontkriegerin Sabina Classen heute von den Saitenmännern Hankel, Jaas und Neitsch, sowie Ex-Sodoms Atomic Steif hinterm Mega-Monster-Drumset, flankiert. Neues Rudel, charismatisches Rudel, faszinierendes Rudel! Die fünf aus Westdeutschland hämmerten mit ihrem angedeathten Thrash alles in Grund und Boden! Sabina bringt es sowieso! Wenn die große »alte« Amazone des Teutonenstahls wie vom Teufel besessen ihre langen Haare wirft und mörderische Laute ins Mikro grölt, und wenn die gesamte Band einer Furie gleich wild und voller Körperlichkeit über die Bretter rochiert, dann kann sich keiner entziehen. Erst recht nicht, wenn die Killerhits der mystischen »Neuen Maschine aus Liechtenstein« durch die Endstufen knallen. Und derer gaben Moses gleich drei zum Besten. Nackenwirbel ahoi zu: »S.S.P.«, »Lost in the Maze« und »Def Con II«! Drei legendäre, alles vernichtende Wirbelsprenger. Trotz Patina auch nach über zwei Dekaden noch höchst innovativ, avantgardistisch, knackig und neunundneunzig Prozent der Metal-Klons neuer Zeitrechnung einfach nur schrecklich stumpf aussehen lassend. Sabina dankte den Fans, die Holy Moses seit 27 Jahren die Stange halten, und gestand ihren Stolz auf den Untergrund, der Moses immer war (dafür hat sie sich sogar ausgezogen, zumindest die Kutte). Holy Moses zählten bis 1992 ('Reborn Dogs') zu meinen totalen Favoriten. Nach einer Ewigkeit in der Versenkung sind sie wieder da. Und sie waren heute ungestüm, spannend und geil wie ehedem! Kuß und Schluß, Groupie Holy Vitus. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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»Music killing, Metal riffing, Punk rocking, Beer drinking - Hell Raisers since 1989!« Um 23:08 erstürmten ein weiteres altes Eisen den Gefechtsstand: BENEDICTION aus der Malocherstadt Birmingham. Noch eine Zeitreise in die glorreiche Ära des Metal also. Mit den eingesegneten Herren Hunt, Brookes, Rewinski, Healy und Hutton. Treu dem erwähnten Schlachtruf, ist der Sound der Engländer anno 2008 breiter denn je gefächert. Zum traditionellen, brutalen Death Metal, zu dessen Rädelsführern sie einst zählten, hat sich auf der neuen Platte 'Killing Music' eine ziemlich kaputte Note von Crust Punk gesellt. Nicht nur auf Platte, auch live. Vorm patriotischen Hintergrund eines Union Jacks, des St-Georgs-Kreuzes und eines »Evil Frank«-Konterfeis präsentierten sich Benediction turbulenter denn je. In jeder Hinsicht! Insbesondere der langlodige Sechssaiter Brookes (neben Sologitarrist Rew von Anfang an in der Band), bestach als Rampensau mit punkiger Attitüde, mit dem Versprühen von Flüssigkeiten und Spucken ins Publikum. Im Übrigen gab´s wie gehabt infernalischen Krawall, brachiales Gegrunze und richtig rohes Geballer direkt von der Straße. Um 23:40 endete der Nostalgietrip für uns. Nach der siebenten Nummer, »They Must Die Screaming«, hatten wir (nebst zwei Dutzend Anderer) genug gesehen. Trotz aller Energie und Kampfeslust konnte der Trupp aus UK mit seinem auf Dauer doch etwas einförmigem Material nicht gegen Holy Moses anstinken. Heiliger Vitus, 4. Oktober 2008 (Fotos: Hl.Vitus) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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SET DESILENCE 1. I Wreck 2. Awakening 3. Red War 4. Worst Mood 5. Cancer´s Dance 6. I Am You Will 7. Last Ride SET NOMINON 1. Release in Death 2. Among the Beast and Ancient Slumber 3. Hordes of Flies 4. Malicious Torment 5. Black Chapel 6. Invocations 7. Life Extinct 8. Submit to Evil SET HOLY MOSES Intro 1. Master Of Disaster 2. S.S.P. (Secret Service Project) 3. Bloodbound of the Damned 4. Lost in the Maze 5. Nothing for My Mum 6. Through Shattered Minds 7. World in Darkness 8. Def Con II 9. End of Time Outro SET BENEDICTION 1. The Grey Man 2. Rats in the Mask 3. Nightfear 4. Nothing on the Inside 5. Shadow World 6. Unfound Mortality 7. They Must Die Screaming 8. The Grotesque 9. Agonised 10. Saneless Theory 11. Burying the Hatchet 12. The Dreams You Dread 13. I Bow to None 14. Dripping with Disgust 15. Suffering Feeds Me (16. Magnificat?) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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