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ACTRESS, DEAD FLESH FASHION, HAVING TROUBLE BREATHING D-Frankfurt am Main, Elfer Music Club - 18. Mai 2007 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| »Wenn der Affe zuschaut, pflanze ich keine Erdnüsse.« Treu dieses Denkspruchs von Dead Flesh Fashion ging es im Elfer gegen die Gestalten, die einem die Luft zum Atmen nehmen. - Zum Ende der neunten Abendstunde war ich mit meiner Flamme in den Keller der Batschkapp hinabgestiegen. Derweil zwei Etagen höher der »Idiot Ballroom« den Laden wie üblich aus allen Nähten sprengte, herrschte im Liveclub eine totale Geisterkulisse. 22 Piepel zählte ich anfangs, später könnten es 30 gewesen sein. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Mit unserer Ankunft um 21.50 Uhr legten HAVING TROUBLE BREATHING los. Mit Emocore. Emotionales Gewinsel um Verlustängste, gescheiterte Beziehungen und Furcht vor dem Leben überhaupt: das sind die Klischees vom Emo, dem hippen Sound der neuen Generation, der einen nicht unerheblichen Nervfaktor in sich trägt. Claudius, Samuel, Christian, Tim und Andreas hoben sich aus dem defätistischen Einheitsbrei ab. Der Krach der Lüdenscheider bezog einen ganz speziellen Reiz: aus der extremen Hingabe, der Leidenschaft und der Intensität, mit der man zu Werke ging. Verzerrte Gitarren prallten auf ein punkig polterndes Schlagzeug sowie eine umfangreiche Synthesizerbatterie. Getragen wurde dieser Sound von einem zweistimmigen Gesang, einem Duell aus verzweifelten Kastratenschreien und agnostischem Todesgeröchel. Das Ganze rauschte im Grundtempo sehr schnell durch die Verstärker. Bisweilen stillere Parts verschafften die Möglichkeit, ein wenig nach Luft zu schnappen. HTB waren pickepackevoll mit subtiler Spannung und dürften damit nicht nur Eingeweihte beeindruckt haben. (Mithin die hochaufgeschossenen Kerls mit ihren poppigen Frisuren und hautengen Shirts auf den schlanken Leibern auch diverse Vertreter der Damenwelt verwirrt haben könnten.) Als Herausstecher müssen der Ohrwurm »Annie & The Fear of Loss« und das nach vehementen Zugabeschreien zelebrierte »Don´t Let Me Down« genannt werden. Zum Dank für meinen CD-Erwerb schenkte mir der exaltierte Rastakämpfer von der Orgel im Wortsinne sein letztes Hemd: ein pastellblaues vom »Midsummer Open Air 2006«. »Dich mit deinem Burzumshirt hab ich mir gleich gemerkt! Haben die nicht mal einen umgebracht?« In einer Mischung aus Respekt und Verachtung gewährte mir der Einlaßer nach einem Pausenstopp am Kneipentresen die Rückkehr in den Klub... | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Wie ihre Komplizen aus dem Sauerland, boten auch DEAD FLESH FASHION aus Wiehl den neuen Sound der harten Musikwelt. Nur ungleich brutaler und körperlicher: Das Rudel mit dem geilen Namen zerstörte das imaginär vor der Bühne baumelnde Schild »Mind the Gap«, in dem mit dem ersten Takt die Gegenoffensive ergriff, und als amoklaufender Chaos-Mosh das Publikum aufmischte und von der Front verjagte. Wobei sich besonders der schweißtriefende Frontbulle Patrick als unkontrolliert durch (und über) den Ring wütendes Kampfgetier Respekt verschaffte. Post Hardcore ist das Kleid der Dead Flesh Fashion. Ein schräg-abgedrehtes Gemetzel, Gegröle und Gekreische mit schleppenden Sludge- und blitzartig explodierenden Crust-Attacken. Wobei jedes Teil mit einer sehr eigenen, akustisch an die irre Mörderpuppe Chucky erinnernden Stimme, angekündigt wurde. Irgendwie unheimlich. Ihre finalen Nummern widmete die Quinte aus dem Bergischen Land der Vorgruppe ( »weil sie bei XYZ rausgeflogen sind« ), dem noch folgenden Sprengkommando (einer »Schmuseband«), dem ausrichtenden Klub ( »der die kleinen Sachen erst möglich macht« [die Nummer wurde in einen blechernen Mülleimer gekotzt]) und der Meute ( »für die die Band das alles macht« ). Nach einer knappen Stunde waren DFF durch. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Und weiter ging´s mit Neonoise und Nahkampf, mit Post Hardcore von ACTRESS aus Wiesbaden. Actress waren als Topact ausgelost und starteten ihren Endzeitbringer mit einem Dank an Dead Flesh Fashion ( »die nettesten Spastiker, die wir kennengelernt haben« ) und an Dimmu Borgir ( »die uns sehr beeinflußt haben« ). Auch die Hessen wußten mit einer effektreichen optischen Eigenheit aufzutrumpfen: Actress zockten ihr komplettes Programm um »Ghost At The Exit«, »5550134 Sample« und »Pass Sample« mit dem Rücken zum Volk gewandt. Im Übrigen gestaltete sich - Gleich und Gleich gesellt sich gern - alles wie gehabt: Actress waren laut, chaotisch, (selbst-)zerstörerisch, beklemmend und mit ihrem schabigen Gefauche und frostigem Gekrächze zudem leicht surreal und halluzinierend. Nach 26 überschallenden Minuten waren Fabian, Ingo und Henrik durch und der letzte Schrei aus der geschlossenen Anstalt verstummt. Wenn der Affe zuschaut, wird die Luft zum Atmen zu dünn. Heiliger Vitus, 21. Mai 2007 (Fotos: Hl.Vitus) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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SET HAVING TROUBLE BREATHING 1. Feel Me Bleed 2. By the Sacred Radiance of the Sun 3. Coloured Haze 4. Break-up Song 5. Greener 6. The Gorgeous Dawning 7. Annie and the Fear of Loss ****** 8. Don´t Let Me Down SET DEAD FLESH FASHION 1. Of Needles and... 2. Every Breath You... 3. Trophy 4. Jealousy is a Demon 5. The Morning 6. I Left My Brain at The Gunshow 7. Carcass1 and Vulture2 in Love 8. Stampede 9. Apocalypse Accessoir ****** 10. Rotten Chaos | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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