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38. GROßER PREIS DER STADT ZWENKAU 20. September 2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Prolog Immer wenn die Blätter fallen und sich die Straßensaison dem Ende neigt, ruft das Städtchen Zwenkau in Nordsachsen zu seinem Radkriterium. Bei der fast vierzigjährigen Geschichte des Rennens stand ich bereits fünfmal an der Startlinie. Diesmal schwang jedoch große Wehmut in mir mit. Nachdem ich in den vergangenen Jahren miterlebt habe, wie Weggefährten und Freunde hier ihr Rad ein letztes Mal an den Start rollten, schlug nun die Stunde für mein eigenes ABSCHIEDSRENNEN...... | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| .:: DIE STRECKE ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Flach, schnell und weitgehend schnurgerade: Die Rennstrecke im Gewerbepark Zwenkau war wie gemacht für Sprinter und Rouleure. Start und Ziel lagen direkt vor einem Autohaus in der Spenglerallee. Von dort führte der 1,7 Kilometer lange Kurs als riesiges Oval über Asphalt: links herum durch die Baumeisterallee, mitten durch einen Kreisel und zurück auf die Zielgerade. Bei extrem hohem Tempo mit Geschwindigkeiten bis sechzig Stundenkilometer und der kurzen Renndistanz, war an einen Rundengewinn nicht zu denken. Ein gefundenes Fressen für absolut tempofeste Fahrer. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| .:: DAS RENNEN ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Der kalte Hauch eines Herbsttages zitterte in der Luft. Wie ein Fanal öffnete der Himmel pünktlich mittags zum Rennen der Masters seine Schleusen. Gespenstisch wie kleine, farbige Flecken schimmerten die Trikots der Rennfahrer in dem verschleierten, nassen Grau des Regens. Die wenigen Zuschauer standen stumm da, niedergedrückt geradezu von den Unbilden des sächsischen Petrus. Unser Dresdner Freundespaar Hella und Klaus war nicht da, Klaus litt unter höllischen Ischiasschmerzen. Meine treue Seele Peanut drückte mir unter einen Regenschirm gekuschelt die Daumen. Viele waren gar nicht erst in Zwenkau angereist. Von fünfzehn gemeldeten Masters-4-Fahrern standen nur acht am Start. Selbst Keßler und Mitfavorit Matzel, die am Morgen noch das Jedermannrennen bestritten hatten, verzichteten auf das wichtigere Lizenzrennen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klein und bescheiden fühlte ich mich eingeordent im „Inner Cycle“ der dreißig besten Mastersfahrer der Klassen 2, 3 und 4. Auch drei jungen Elite-Frauen wurde das Startrecht eingeräumt. Gemeinsam ordneten wir uns zu einem großen Block. In ihm verknüpften sich Erinnerungen an wunderbare Kämpfe, stolze Empfindungen, Freude und Leid. Unter dem Pistolenschuß von Rennleiter Lohr begann halb zwei die Jagd. Es würde ein schwieriger Kampf, das war klar. Doch ich sollte meine nächste Apokalypse erleben - eine, die noch schlimmer war als die vorherigen. Dabei hatte ich das Gefühl für Blamage und Demütigung längst verloren. Das Fehlen von Bahn- und Gruppentraining, unterlegenes Material, schwere Gedanken und ein flauer Bauch waren zur Gewohnheit geworden. Der Start gelang. Doch nach drei Runden löste sich die Meute von mir und gewann rasch einen erheblichen Vorsprung. Die Überlegenheit der jüngeren Professionellen war erdrückend und erinnerte lebhaft an Rennen, wo „Kelli“ Keller allen einfach davonfuhr. Diesmal war es der Nordsachse Lenk, gefolgt von den Bikescheune-Profis Grobleben und Knobloch. Kleiner und kleiner wurde das bunte Feld auf dem nassen Asphalt, ein letztes Aufleuchten vor der nächsten Kurve, dann war ich allein. Zehn der zwanzig Runden pedalierte ich als Solist durch die Stille und den Wind. Der Regen erglänzte wie winzige Sterne meine Augen. Bis ein Signal in die Wirklichkeit zurückrief. Die Hand des Rennleiters hallte den Glockenschlag zur letzten Runde. Das Fest war aus. Als letzter Gruß prasselte der kalte Regen des Tages über die Straßen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Epilog Schlotternd vor Kälte und klatschnass bis auf die Knochen erreichte ich unser Auto mit warmen Umziehsachen. Aus der Ferne erklang Lohrs Ruf nach den Besten der drei Mastersklassen. Unerbittlich schreitet die Zeit ihren immer schneller werdenden Rhythmus. Nun will ich mehr Augenblicke mit meiner Frau verbringen - sie braucht mich. Nur dank ihrer Unterstützung konnte ich all die Rennen bestreiten, die ich in den letzten acht Jahren gefahren bin. Jedes Einzelne war wirklich etwas ganz Besonderes - eine SCHLACHT! Ich bin es Peanut jetzt schuldig, etwas anderes zu beginnen. Danke Peanut, dem besten Geschöpf auf Erden! Vitus, Bilder: Peanut, 22. September 2026 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| .:: ZAHLEN UND ZEITEN ::. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wetter: Regen, 14ºC, frische Brise aus Westsüdwest (30 km/h) Typ: Kriterium Länge: 36 km Gemeldet: 183 Elite-Amateure: 12, Masters 2: 9, Masters 3: 10, Masters 4: 15, U15: 12, U13: 17, U11: 16, Weibliche Klassen: 10, Jedermann: 59, Fette Reifen: 23 Am Start: 174 Elite-Amateure: 12, Masters 2: 9, Masters 3: 10, Masters 4: 8, U15: 12, U13: 16, U11: 16, Weibliche Klassen: 10, Jedermann: 58, Fette Reifen: 23 Im Ziel: 173 Elite-Amateure: 12, Masters 2: 9, Masters 3: 10, Masters 4: 8, U15: 12, U13: 16, U11: 16, Weibliche Klassen: 10, Jedermann: 57, Fette Reifen: 23 Masters 4 Meldungen: 15 Am Start: 8 Im Ziel: 8 1. Toralf Baumgarten (RSV Osterweddingen) 0 Pkt., 49:29 2. Ralf Keller (RSG Muldental Grimma) 3. Marco Großegger (SC DHfK Leipzig) + 0:02 4. René Ristau (PSV Rostock) + 0:20 5. Michael Kirscht (RSC Nordsachsen) - 1 Rd. 6. Josina Beyer (RSC Sachsenblitz Burgstädt) 7. Mario Voland (Dresdner SC 1898) - 2 Rd. Ergebnisse Rad-Net | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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