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BLOODGROUP D-Frankfurt am Main, Das Bett - 11. Januar 2011 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Eine fiktive Anmeldung bei »Facebook« hatte mir postwendend eine Einladung ins »Bett« Frankfurt beschert: zum Tanzen und Ins-Schwärmen-Geraten mit den Elektromusikern der Bloodgroup. Fünfzig andere wollten an diesem trüben Dienstag im Januar ebenfalls tanzen. Und zwar die glücklichen Erhellten der Generation U25. Sprich Studenten, Feierpuppen und Partybiester. Piepel, die vieles wissen - nur nichts vom Leben. - Aber im Bett ist´s ja immer wieder tiefenentspannend schön. Wobei es heute eine gehörige Zerreißprobe für die Geduld zu durchstehen galt: Wir mußten überlange warten. Nach dem Einlaß von 20 Uhr und dem angekündigten Beginn von 21 Uhr, dauerte es eine weitere Viertelstunde, bis die Helden des Abends um 21 Uhr 15 überhaupt zum erstenmal aufkreuzten - mit einem Stapel Pizza-Kartons im Arm. Aber zumindest ging´s nach dem Essen hurtig zur Sache... | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Um 21 Uhr 42 starteten BLOODGROUP durch. In ihrer Heimat, dem Land der Geysire und Vulkane, dem Reich von Thor und Odin, und dem Ursprung der Edda und der nordgermanischen Nibelungensage - der Atlantikinsel Island - sollen sie schon zu Popstars hochgejubelt worden sein. Beim berühmten Roskilde-Festival hatten sie einen Auftritt. Und heute lag ihnen Frankfurts Bett zu Füßen. Hier kamen Janus, Sunna, Ragnar und Hallur - sie sind die neue Nummer 1 in der Hitparade des Synthie Pop. »Wars« bedeutete den Auftakt zu einer zehnwöchigen Tournee mit 35 Konzertabenden voraus. Wild und voller Energie wirkten sie, die vier vorm lichtblauen Grund bei ihrer ersten Schau in Europa überhaupt. Während Frontmann Janus die nordische Antwort auf die Ästhetik Rammsteins darstellte und die blonde Sunna ihre Sinnlichkeit unter einem verbotenen Fummel verhüllte, malträtierte Ragnar einem Drachentöter gleich das Elektroklavier, und thronte Hallur wie ein General in altem Uniformrock hinter einer ganzen Batterie aus Tastengeräten und regelnden Knöpfen und Schiebern. Obwohl die Elektronika dominierten, erhoben sich zum Gesang auch oft Chöre, manchmal zu viert zusammen. Rhythmisch und übersprudelnd kamen Bloodgroup daher. Mitunter jedoch auch richtig sphärisch bis esoterisch geradezu. Nicht zuletzt tönte auch das vom Netz bekannte Filmchen »My Arms« in echt eine ganze Spur dunkler. »Pro Choice« wiederum war der martialische Headbanger vorm Allmächtigen. Alles war formidabel und kraftvoll gespielt, bis das okkulte »Red Egypt« nach einer Stunde den regulären Teil beschloß. Leider war die Präsentation der Zugaben nicht ganz ehrlich. Obwohl man von vornherein vier Verlängerungen auffahren wollte (so war die Setliste erstellt), gab man sich nach jedem Dacapo baff, daß das Publikum immer noch mehr wollte. Und so wurde jede Verlängerung der Verlängerung mit einem »Wow!« bedacht und zelebriert, als wäre es das Höchste, was man Bloodgroup antun konnte. Mit einem Remix des Men-Without-Hats-Discohits »Safety Dance« war unter den Überraschungen auch eine Hommage ans Jahr 1982 zu finden, als Bloodgroup noch mit Kinderklavieren um den Tannenbaum stolperten. Die einen tanzten, die anderen genoßen´s im Stillen. Obwohl der Schluß Schrott war, blieb der Fakt, daß Bloodgroup keinen kalt gelassen haben. Mit Reklamepausen währte der Auftritt 74 Minuten. Wenig zimperlich waren die Preise für das Vergnügen. Nachdem schon der Eintritt 13 Euro gekostet hatte, verlangte der mitreisende Händler für die alte CD einen Zehner, für die neue immerhin schon 15 Euro, und für eine Schallplatte mußten gar satte 20 hingeblättert werden. Aber die Generation Facebook »saugt« sich den Stoff ja ohnehin aus dem Netz. Eben noch wild abtanzend, verließ die Meute mit dem Schlußtakt fast wie abgesprochen geschlossen den Klub. Mein Assi und ich, die armen Bett-Betreiber und der Minitroß aus Island waren um 23 Uhr 15 die einzigen im Bett Übriggebliebenen. Da sage noch einer, die U25 habe keinen Stil. Blutgruppe AB positiv, 13. Januar 2011 (Abbildung: Hl. Vitus) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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ABSPIELLISTE BLOODGROUP 1. Wars 2. Ain´t Easy 3. This Heart 4. First to Go 5. How Do We Know 6. Overload 7. Moonstone 8. Pro Choice 9. My Arms 10. Battered 11. Red Egypt ****** 12. Dry Land 13. Safety Dance (Men Without Hats) 14. Chuck ****** 15. Try on | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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